Ein Kleinod mitten in Montlingen

Über 200 Personen nahmen am Donnerstagabend an der Eröffnungsfeier des «Erlebnisraums Montlinger Bergli» teil. Nach einem geführten Rundgang stiessen die Initianten mit der Bevölkerung an.

Benjamin Schmid
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«In den letzten sieben Jahren wurden sieben Massnahmen umgesetzt, damit der Erlebnisraum Montlinger Bergli für die nächsten 77 Jahre zu geniessen ist», sagte Rolf Huber, Gemeindepräsident von Oberriet. Entstanden sei ein Gebiet, in dem die Natur, die Landwirtschaft und die Bevölkerung harmonisch zusammenspielen. Initiiert vom ehe­maligen Gemeinderat Benjamin Heeb, wurde das Montlinger Berg­li ökologisch aufgewertet und attraktiver gestaltet. Entstanden ist ein Rundweg um das Bergli bis zum Kolbenstein. Bedeutende Orte wie die Kapelle, das Hedwig-Scherrer-Haus oder das ehemalige Wasserreservoir erhielten Stelen mit weiterführenden Informationen. Herzstück des Rundwegs bilden einerseits die Aussichtsplattform, andererseits der Ausstellungsstall. Bietet Erstere einen herrlichen Blick über die steil abfallende Nordwand talabwärts Richtung Bodensee, steht im Letzteren ein Miniaturmodell des Montlinger Berglis von 1000 vor Christus. Bei allen Massnahmen wurde geschaut, dass die Veränderungen mit Natur und Kultur im Einklang stehen. Schliesslich ist das Montlinger Bergli ein Naherholungsgebiet direkt vor der Haustür, das von ökologischer, geologischer, kultureller, religiöser und touristischer Bedeutung ist. Gemäss Gemeinderat Pascal Benz lag der Fokus auf der Förderung der Biodiversität: «Ziel ist es, dass der Wiedehopf in ein paar Jahren zurückkehrt und hier nistet», sagte der Gemeinderat. Mit gezielten Verbesserungen der Lebensräume wurde unter anderem die Zauneidechse unterstützt. So wurde grösstenteils auf eine Umzäunung und Düngung der Wiesen verzichtet, Feuchtgebiete wurden aufgewertet und Trockenmauern erstellt.

Enkeltaugliche Gegend gestalten

«Wir sind nur Mieter und keine Besitzer der Landschaft», sagte Rolf Huber, «es ist unsere Pflicht, die Naturschätze der Region für unsere Enkelkinder intakt und artenreich zu hinterlassen.» Das Projekt sei auch ein Sensibilisierungsprogramm für die Bevölkerung: «Alles, was fleucht und kreucht, ist wertvoll für uns und die Natur», so der Gemeindepräsident. Nach der Aufwertung müsse man nicht mehr um die halbe Welt fliegen, wenn ein Kleinod mitten im Dorf steht. Damit künftige Generationen davon profitieren können, müsse der Erlebnisraum unterhalten und vor Vandalismus geschützt werden. Pascal Benz hatte drei Wünsche: Der Erlebnisraum soll viele Leute anziehen, für viele Jahre bestehen und viele Tiere anlocken. Weitere Informationen unter: www.montlingerbergli.ch.