Ein Jahr ohne Sommer

Im April ist der Vulkan ausgebrochen. 100 Kubikkilometer Asche spuckte er in die Atmosphäre. Andere Quellen sprechen von 150 und noch mehr Kubikkilometern. Ein Jahr später regnete es vom Frühling bis in den Herbst. Im Juli schneite es bis ins Tal. Der Weizen ganzer Felder verfaulte.

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Im April ist der Vulkan ausgebrochen. 100 Kubikkilometer Asche spuckte er in die Atmosphäre. Andere Quellen sprechen von 150 und noch mehr Kubikkilometern. Ein Jahr später regnete es vom Frühling bis in den Herbst. Im Juli schneite es bis ins Tal. Der Weizen ganzer Felder verfaulte. Das Elend war so gross, dass man das von Russland gespendete Getreide dankbar annahm.

Der Vulkanausbruch, von dem hier die Rede ist, ist jener des Tambora 1815 auf der indonesischen Insel Sumbawa östlich von Bali. Das Jahr darauf ging als Jahr ohne Sommer in die Geschichte ein – an der Hungersnot litt man nicht etwa in Indonesien, sondern in Europa und ganz besonders auch im Rheintal.

Seit April dieses Jahres pufft Eyjafjallajökull auf Island Asche in die Luft.

Es sind zwar bei weitem keine 150 km³, aber einen richtig sonnigen, warmen Frühlingstag habe ich in den letzten zweieinhalb Wochen auch nicht gesehen. Verregnete Sommer waren Anfang des 19. Jahrhunderts selbst mit dem Vulkanausbruch in Indonesien eher die Regel als die Ausnahme. Heute hätt ich's aber doch lieber anders.