Ein «Hang» zum Aussergewöhnlichen

Mit seiner ersten Solo-CD erfüllt sich Enrico Lenzin einen lang gehegten Traum. Neben «Schlagzeuge im Weltall» darf man sich auch auf Titel wie «Loveparade», «Fasnacht» und «Finanzkrise» freuen. Präsentiert wird die CD «Kling & Klang» am 14. November um 20 Uhr im Diogenes-Theater.

Valentina Thurnherr
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REBSTEIN. Für Enrico Lenzin war schon früh klar, dass er Musiker werden wollte. Und das, obwohl er erst mit 17 Jahren anfing, Schlagzeug zu spielen. Nach einem Jahr am American Institute of Music in Wien lernte er zwei Jahre lang bei Pierre Favre in Zürich, der später auch sein Lehrer an der Hochschule Luzern war. «Seit ich 25 bin, kann ich von der Musik leben», sagt Lenzin. Zwei Tage in der Woche arbeitet er als Musiklehrer an der Musikschule Appenzell. Für die Klangwelt Toggenburg und Pro Infirmis bietet er zusätzlich Kurse an.

Neben seiner Lehrtätigkeit hatte er etliche Auftritte mit Bands, im Duo oder als Solokünstler. Besonders geprägt haben ihn unter anderem das Duša Orchestra, mit dem er neun Jahre lang in ganz Europa unterwegs war. «Zu jener Zeit spielte ich hauptsächlich Schlagzeug, doch ich wollte mehr entdecken. Ich wollte wissen, was man im Bereich Perkussion alles machen kann», sagt Lenzin.

Als das Duša Orchestra sich 2012 auflöste, spannte er mit seinem Bruder zusammen. Seit drei Jahren treten die beiden jeden ersten Donnerstag im Monat im Restaurant Frauenhof in Altstätten auf. Mit der Zeit entwickelte Lenzin eine besondere Vorliebe für das Instrument Hang. Seit einigen Jahren spielt er auch Alphorn und hat seine Leidenschaft für den Stepptanz entdeckt. Sogar mit dem Poetry Slammer Renato Kaiser war er schon unterwegs. Viele Wege, die schliesslich alle zum selben Ziel führten – die erste Solo-CD.

Inspirationen

«Ich habe lange gebraucht, bis ich so weit war, ein ganzes Album nur mit Perkussionsstücken zu füllen, ohne dass es irgendwann langweilig wird», sagt Lenzin. Diese CD ist das Ergebnis aller musikalischen wie privaten Erfahrungen, die er in den letzten Jahren gemacht hat. Ein besonderes Beispiel dafür, wie sehr ihn sein Privatleben während der Arbeit am Album inspiriert hat, ist der Titel der CD, den er zufällig beim Fernsehen mit seinen Kindern fand. Kling und Klang. Wer Pippi Langstrumpf kennt, dem sollten diese beiden Namen kein Fremdwort sein. «Mir fiel plötzlich auf, dass die beiden Polizisten sehr musikalische Namen haben», sagt Enrico Lenzin lachend. «Als ich an einem der Stücke arbeitete, habe ich nachts sogar davon geträumt, dass ich im Weltall bin und alle Planeten Schlagzeuge sind. So kam der Titel «Schlagzeuge im Weltall» zustande».

Das persönlichste Stück spart sich Lenzin bis zum Schluss auf. «Inside me», das er nur mit dem Hang spielt, kommt, wie der Name schon sagt, direkt aus seinem tiefsten Innern. «Das Hang ist ein Instrument, bei dem man nichts einstudieren oder üben kann. Man setzt sich hin und lässt sein Innerstes einfach frei heraus», sagt Lenzin.

Kunst und Musik

Zusätzlich zu seiner Musik wollte Lenzin aber noch etwas Fassbares haben. Er wollte Bilder, die seine Stücke beschreiben und erzählen. Dafür arbeitete er mit der Gossauer Künstlerin Lika Nüssli zusammen. «Ich habe ihr die fertigen Lieder geschickt und sie hat frei nach den Melodien gezeichnet», sagt Lenzin.

Am Konzert im Diogenes-Theater wird Lika Nüssli auch vor Ort sein und live zu Lenzins Musik zeichnen.

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