Ein Gesundheits- und Notfallzentrum genügt nicht

Der Stadtrat von Altstätten hat zur laufenden Vernehmlassung zur Zukunft der Spitäler eine Stellungnahme eingereicht.

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Der Stadtrat kritisiert auch in seiner Vernehmlassungsantwort die Spitalstrategie der Regierung und des Verwaltungsrats der Spitalverbunde. Fürs Rheintal fordert er ein «MedPlus-Spital» mit Zusatzangeboten der Altersmedizin.

Er glaube nicht, dass ein Gesundheits- und Notfallzentrum, wie es die Spitalstrategie für Altstätten anstelle des heutigen Spitals vorsieht, langfristig überlebensfähig sei, schreibt der Stadtrat in einer Medienmitteilung und nennt ein solches reduziertes Angebot eine «Beruhigungspille» für die Bevölkerung jener Standorte, deren Spitäler faktisch geschlossen werden sollen.

Zukunft hat nach Ansicht des Stadtrats nur ein Angebot mit einem ambulanten und einem stationären medizinischen Basisangebot der allgemeinen und inneren Medizin, einem Operationssaal für ambulante Eingriffe sowie spezialärztlichen Sprechstunden. Zusammen mit Ärzten der Region soll eine jederzeit zugängliche Walk-in- Notfallklinik betrieben werden.

Versorgungsbedarf höher als andernorts

Speziell für Altstätten fordert der Stadtrat ein Zusatzangebot der Altersmedizin: eine Akutgeriatrie, eine geriatrische Tagesklinik, eine Gerontopsychiatrie sowie eine geriatrische Rehabilitation und eine Palliativmedizin.

Ausserdem weist der Stadtrat in seiner Vernehmlassung auf die verschiedenen Heime für Kinder, Jugendliche, Behinderte und Betagte sowie auf das Gefängnis und das Bundesasylzentrum hin. All diese Institutionen führten zu einem erhöhten Gesundheitsversorgungsbedarf.

Grundversorgung auf dem Land, Spezielles in St.Gallen

Grundsätzlich anerkennt der Stadtrat den Reformbedarf. Er ist bereit, einen Beitrag zugunsten der Stabilisierung des Kantonsspitals zu leisten. Dieses soll spezialisierte Leistungen übernehmen, während die anderen Spitäler eine zweckmässige, wohnortnahe Gesundheitsversorgung gewährleisten sollen.

Der Stadtrat kritisiert aber die Vorgehensweise des Kantons bei der Erarbeitung der Spitalstrategie. Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde stelle die Situation aufgrund nicht nachvollziehbarer Annahmen und Schätzungen pessimistischer dar als sie sei. Hinter verschlossenen Türen seien viel zu enge Rahmenbedingungen gesetzt worden, die weder von der Regierung noch vom Lenkungsausschuss hinterfragt worden seien. Eine offene Beurteilung aller relevanten Fakten und Szenarien sei damit verunmöglicht worden.

Der Stadtrat hofft nun auf eine Korrektur im Kantonsrat, der die Botschaft der Regierung zur Spitalstrategie voraussichtlich im Frühling beraten wird. (sk/mt)

Hinweis

Die Vernehmlassung ist auf www.altstaetten.ch abrufbar.

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