Ein Geschenk für den Kinderzoo

Bald ein halbes Jahr alt ist das Elefantenmädchen Kalaya im Kinderzoo Rapperswil. Am Wochenende wurde es getauft. Kalaya ist auch eine Botschafterin für das neue Elefantengehege, das gebaut wird.

Elvira Jäger
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Das Elefantenmädchen Kalaya erhielt zur Taufe im Kinderzoo einen Kuchen. (Bild: ky/Steffen Schmidt)

Das Elefantenmädchen Kalaya erhielt zur Taufe im Kinderzoo einen Kuchen. (Bild: ky/Steffen Schmidt)

RAPPERSWIL-JONA. Der kleine Elefant steht im Graben und möchte rauf. Dort hinauf, wo seine Mutter Sandry und seine Grossmutter Claudy stehen und sich von den Kindern Banane um Banane in den Rüssel schieben lassen. Es gäbe zwar eine Rampe, aber Kalaya hat sich entschieden, es auf dem direkten Weg zu versuchen. Und so hievt sie ihre Vorderbeine hoch. Doch die hintere Körperhälfte bleibt unten, so sehr sie sich auch anstrengt. Beim zweiten Versuch dann die rettende Idee: Kalaya versucht es auf den Knien, es klappt. Unter dem Applaus des Publikums trottet sie zwischen die Beine von Mutter und Grossmutter.

Unvergesslicher Moment

338 Kilogramm und 110 Zentimeter, das sind die «Taufmasse» des am 1. November geborenen Elefantenweibchens. Dass im Kinderzoo nach über 14 Jahren wieder ein gesunder Elefant zur Welt kam, sei ein grosses Geschenk, sagt Zoodirektor Benjamin Sinniger. Die Taufe des «Elefantemeitelis» sei ein emotionaler Moment. «Den werden wir nicht mehr vergessen.» Kalaya ist für den Kinderzoo nicht nur als Publikumsattraktion ein wertvolles Geschenk. Sie ist auch die beste Botschafterin für den neuen Elefantenpark Himmapan, in dem die Familie Knie wieder Elefanten züchten wird. Der Zoo wird also bald Bullen halten.

Kalayas Taufzeremonie ist kurz und schlicht. Franco Knie sen., seine Frau Claudia und ihre vierjährigen Zwillinge Nina und Timothy entrollen ein Transparent mit einem Willkommensgruss, und dann führt Tierpfleger Torsten Oppermann die Elefantendamen ins Rund, wo die Festtagstorte wartet. Kalayas Grossmutter Claudy macht sich als erste darüber her.

Zerquetschte Melonen

Zweimal schwenkt sie mit dem Rüssel über die Getreidemasse, und schon sind von der Torte nur noch Krümel da. Mutter Sandry wirft sich die Bananen bundweise ein und weiss auch, wie mit Wassermelonen zu verfahren ist: Einmal kräftig drauf treten und das, was rauskommt, reinziehen. Da kann Kalaya noch nicht mithalten. «Sie isst noch fast keine feste Nahrung», erklärt Pfleger Oppermann. Als die Kleine dann eine Melone zerquetscht, nuckelt sie kurz am roten Fruchtfleisch. Schon stampft sie ein zweites Mal mit dem Hinterfuss, wohl in der Hoffnung, eine weitere Melone zu Saft zu machen. Doch diesmal erwischt sie nur ein Rüebli, und das findet sie nicht halb so interessant. Nach einer halben Stunde sind die Körbe leer. Kalaya darf mit Mutter und Grossmutter zurück zum Sandbad und mit der Heukugel spielen.

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