Ein Flohmarkt, der keiner war

Samstag morgen, 8 Uhr: Vier Stände stehen, recht verloren, auf der Breite, wo zweimal jährlich der Flohmarkt stattfindet. Etwas später sind es fünf. – Dass dieser Flohmarkt keiner war, liegt wohl nicht nur am Wetter.

Gert Bruderer
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Flohmarkt in Altstätten: die Stände waren am Samstagmorgen an einer Hand abzählbar. (Bild: Gert Bruderer)

Flohmarkt in Altstätten: die Stände waren am Samstagmorgen an einer Hand abzählbar. (Bild: Gert Bruderer)

altstätten. Es regnete in Strömen, ohne Unterbruch, und wer einen Stand betrieb, musste warm angezogen sein, um nicht zu frieren. Wer trotz des Wetters Waren anbot, wurde schlecht belohnt: Weil sich die Anbieter an einer Hand abzählen liessen, durften – anders als an einem normalen Flohmarkt-Tag – die Autos auf der Breite parkieren. Nun gingen die paar Stände vollends unter.

Standgebühr erlassen

Die Stadt erbarmte sich der Verwegenen, indem sie darauf verzichtete, die übliche Standgebühr zu kassieren. Und zum Glück soll das Geschäft nicht ganz so schlecht gelaufen sein. Jedenfalls sagte dies Daniel Schelling, der zum ersten Mal einen Stand hatte – zusammen mit seiner Nachbarin Eveline Alder und den mithelfenden Kindern Jan und Juri.

Weil sich zu Hause viel nicht mehr benötigtes Material angestaut habe, sei man trotz des schlechten Wetters losgezogen. Obschon Schelling – wie die anderen Anbieter – schon vor dem Mittag wieder zusammenräumte, ist er einigermassen zufrieden: vor allem grössere Gegenstände, darunter Gartenstühle, habe er doch einige verkauft.

Auch Petra Hartmeyer, die regelmässig mit einem Stand am Flohmarkt vertreten ist, klagte nicht.

Ihr früh am Morgen unverwüstlicher Optimismus («das Wetter kann ja noch besser werden») erwies sich zwar als unbegründet, aber auch sie hatte ein paar Kunden.

An Attraktivität eingebüsst

Flohmarkt-Besucher Urs Noser brachte es auf den Punkt: Wer da war, profitierte wenigstens vom Fehlen einer grossen Konkurrenz. In den letzten zwei, drei Jahren hat der Altstätter Flohmarkt unabhängig vom Wetter an Attraktivität eingebüsst; das Angebot ist geschrumpft.

Das mag erstaunen, zumal andernorts stattfindende Flohmärkte auch bei schlechtem Wetter nicht buchstäblich ins Wasser fallen, sondern jeweils noch eine gewisse Grösse haben.