Ein Engel wacht über das Tal

Zur Adventszeit pilgern viele Familien hoch zum Nördli, um sich eine besondere Weihnachtsbeleuchtung anzusehen. Seit 13 Jahren stellt die Familie Krüsi ihre zehn bis 13 Meter hohen Holzkonstruktionen auf den Hügel vor ihrem Haus.

Valentina Thurnherr
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BERNECK. Pünktlich zur Adventszeit erstrahlte auf dem Nördli über Berneck ein Licht in der Form eines Engels. Seit 13 Jahren bauen Paul und Nadia Krüsi zusammen mit freiwilligen Helfern eine Weihnachtsbeleuchtung, die sie mit dem ganzen Rheintal teilen wollen.

Letztes Jahr noch strahlte ein Christbaum mit dazu passendem Stern vom Nördli herunter. «Wir lassen unsere Sujets jeweils zwei Jahre stehen. Für das Jahr 2017 denken wir uns dann wieder ein neues aus», sagt Nadia Krüsi.

Viele Besucher

Jedes Jahr pilgern vor allem Familien hoch zum Nördli, um die Weihnachtsbeleuchtung de luxe der Krüsis zu bewundern. «Erst kürzlich hat sich ein Vater mit seiner Tochter auf den Weg gemacht, um den Weihnachtsengel zu besuchen», sagt Krüsi. An dem Tag habe es geregnet, aber der Vater sei trotzdem den ganzen Weg zu ihnen hochgelaufen, weil er es seiner Tochter fest versprochen hatte.

Es gibt auch einige lustige Kommentare von Bekannten. «Ich hab schon gesagt bekommen, dass einige, wenn sie nachts auf die Toilette gehen, ganz andächtig zu unserer Beleuchtung hochschauen», sagt Nadia Krüsi lachend. Sie frage sich dann manchmal, ob einige vielleicht schon Stunden im Badezimmer verbracht und völlig die Zeit vergessen hätten.

Viele der Dorfbewohner haben es sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, welches Sujet die Familie als nächstes aufbauen wird. Aber Krüsis bewahren Stillschweigen.

Auch negative Erfahrungen

«Vor einigen Jahren haben Jugendliche an Heiligabend versucht, die Lichterketten herunterzureissen», sagt Nadia Krüsi. «Zum Glück hatten wir die Ketten gut genug festgemacht, so konnten sie sie nicht entwenden.» Die gut 200 Meter lange Lichterkette konnte nach diesem Vorfall wieder einigermassen montiert werden. «Ich gehe zwar davon aus, dass es nur ein Bubenstreich war, schockiert waren wir dennoch, dass jemand so etwas macht.» Vor rund zwei Jahren wurde der Familie die Natur zum Verhängnis. «Ein heftiger Sturm wütete in dieser Nacht, und unser Stern knickte um. Der Christbaum blieb zum Glück heil.»

Trotz dieser Erfahrungen wird die Familie Krüsi weiterhin ihre Weihnachts-Sujets aufstellen. «Wir wollen ein Licht ins Dunkel setzen, um so allen Leuten, die unsere Beleuchtung sehen, eine Freude zu bereiten.»

Bis 6. Januar kann man den leuchtenden Engel noch bewundern. «Danach wird der Stecker gezogen», sagt Krüsi.

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