Ein Dorf soll sauberer werden

DIEPOLDSAU. In Diepoldsau gibt es etwa 100 Reitpferde. Diese verursachen bei den Ausritten Mist, der oft auf den Strassen des Dorfes liegen bleibt. Zwei Asylsuchende lesen einmal wöchentlich die Pferdeäpfel zusammen.

Rahel Friedauer
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Wie jeden Donnerstagnachmittag machen sich die zwei temporären Mitarbeiter auf, das Dorf zu säubern. (Bild: Rahel Friedauer)

Wie jeden Donnerstagnachmittag machen sich die zwei temporären Mitarbeiter auf, das Dorf zu säubern. (Bild: Rahel Friedauer)

«Wir wollen ein sauberes Dorf, das viele anspricht.» Das sagt Daniel Hutter, der stellvertretende Leiter des Unterhaltsdienstes in Diepoldsau. Einen Beitrag dazu leisten seit letztem Oktober die temporären Mitarbeiter. Sie gehen jeden Donnerstagnachmittag mit Schaufel und Kübel durch das Dorf, um den Pferdemist auf den Strassen zusammenzulesen. Die Initiantin, Carmen Bruss, besitzt selbst zwei Pferde und wurde immer wieder auf das Problem hingewiesen. Sie sagt: «Den Mist selber zusammenzulesen, wäre einerseits viel zu gefährlich und andererseits zu mühsam.»

«Ein Nullsummenspiel»

Der Grundgedanke ist ganz einfach: Jeder, der in Diepoldsau ein Pferd besitzt, soll pro Tier einen Solidaritätsbeitrag bezahlen, so dass der Pferdemist einmal wöchentlich entfernt werden kann. Ein Zwang zur finanziellen Beteiligung besteht nicht. Daniel Hutter betont, dass es nicht um einen wirtschaftlichen Gewinn gehe: «Wir wollen kein Geld verdienen. Für uns soll es ein Nullsummenspiel sein, bei dem jeder profitiert.» Die Anwohner gewinnen saubere Strassen und die Reiter, dass nicht über andere Regelungen nachgedacht wird.

Positives Echo

Ausgeführt werden die Arbeiten momentan von zwei Asylsuchenden. Sie erhalten dafür eine kleine Entschädigung. Denkbar wäre nach Hutter auch, dass Sozialhilfeempfänger eingesetzt werden, die sich so für das Dorf einsetzten könnten. Das Material stellt der Unterhaltsdienst zur Verfügung. Die zusammengelesenen Pferdeäpfel können unterwegs auf verschiedenen Misthaufen deponiert werden. Das Projekt kommt laut Hutter bei den Leuten sehr gut an. Er hätte schon einige Rückmeldungen von Anwohnern erhalten, die sich über die saubereren Strassen freuten. Auch die Pferdebesitzer selbst unterstützen diese Initiative zum grössten Teil.

«Heute wird bereits für 62 Pferde ein Beitrag gezahlt», freut sich Daniel Hutter.