Ein Chefarzt für die Gelenke

REBSTEIN. Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland wertet den Fachbereich Orthopädie an ihren drei Spitälern auf. Neu gibt es einen eigenen Chefarzt dafür: Dr. Johannes Erhardt. Gestern trat er die neu geschaffene Stelle an.

Max Tinner
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Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland wertet den Fachbereich Orthopädie auf. Von links: Dr. Diego De Lorenzi (Leiter Departement operative Fächer), Dr. Johannes Erhardt (neuer Chefarzt Orthopädie), Stefan Lichtensteiger (Vorsitzender der Geschäftsleitung). (Bild: Max Tinner)

Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland wertet den Fachbereich Orthopädie auf. Von links: Dr. Diego De Lorenzi (Leiter Departement operative Fächer), Dr. Johannes Erhardt (neuer Chefarzt Orthopädie), Stefan Lichtensteiger (Vorsitzender der Geschäftsleitung). (Bild: Max Tinner)

Wer ein künstliches Hüftgelenk oder ein künstliches Kniegelenk braucht, der landet beim Orthopäden. In dessen medizinischen Fachbereich wird um die Patienten gebuhlt. Nicht nur Spitäler der Kantone umwerben diese, sondern auch Privatkliniken, von denen es in der weiteren Region bald noch mehr geben wird. Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland setzt nun mit Dr. Johannes Erhardt einen Chefarzt für Orthopädie ein und wertet damit diesen Fachbereich auf. Erhardt ersetzt zugleich Dr. Beat Schmid, den leitenden Orthopäden am Spital Grabs, der die Spitalregion im Oktober verlässt.

Operiert wird auch in Altstätten

Bislang war in unserer Spitalregion die Orthopädie der Chirurgie der einzelnen Spitäler zugeteilt. Mit der Ernennung Johannes Erhardts zum Chefarzt Orthopädie wird der Fachbereich standortübergreifend über die ganze Spitalregion organisiert und unter seine Leitung gestellt. Orthopädische Operationen werden gleichwohl weiterhin an allen drei Standorten durchgeführt; eigentliches Kompetenzzentrum wird künftig aber Grabs sein, wo im Besonderen die etwas heikleren Operationen durchgeführt werden, beispielsweise wenn besondere Anforderungen an die Anästhesie nötig sind.

Johannes Erhardt war nach seinem Medizinstudium in Deutschland, in den USA und in Ungarn zunächst zwei Jahre am Spital seiner Heimatstadt Regensburg (Bayern). Vor elf Jahren kam er ans Kantonsspital St. Gallen, wo er zunächst Assistenzarzt und dann Oberarzt war. Ab 2012 war er am Kantonsspital stellvertretender Teamleiter für die Hüftchirurgie. Während eines längeren Sabbaticals des Teamleiters hatte Erhardt aber bereits ein Jahr lang die Leitungsfunktion für die Hüftchirurgie und der Knieprothetik inne. In Australien hat er ausserdem seine Kenntnisse in Unfallchirurgie vertieft. Mittlerweile ist er zudem Lehrbeauftragter an der Medizinischen Fakultät der Uni Zürich.

Der bald 40-jährige Erhardt ist Spezialist für minimalinvasive Hüftprothetik und navigierte Knieprothetik. Diese modernen Operationsmethoden sind genauer als frühere Techniken und erfordern kleinere Einschnitte in Haut und Weichteile. Das fördere nicht zuletzt die Genesung, erklärte Dr. Diego De Lorenzi, Departementsleiter operative Fächer der Spitalregion, an der Vorstellung Erhardts gestern am Verwaltungszentrum der Spitalregion im ri.nova Impulszentrum in Rebstein.

Bald Schulter- und Fusschirurgie

Zugute kommen wird Erhardts Fachwissen nicht nur Patienten, die erstmals eine Knie- oder Hüftprothese benötigen, sondern auch solchen, die ihre unter Umständen Jahrzehnte alte Prothese ersetzen lassen müssen. Auch solche Operationen wird man künftig in der Spitalregion selbst durchführen. In Grabs werden ausserdem Hüftarthroskopien (Spiegelungen) durchgeführt. Mit der Neuausrichtung ihrer Orthopädie sieht die Spitalregion ausserdem einen Angebotsausbau auf die Schulter- und Fusschirurgie vor. «Damit werden wir in der Lage sein, alle Gelenke wohnortnah in der Region zu operieren», kündigt Erhardt an. Viel liege ihm auch daran, die Zusammenarbeit mit den zuweisenden Hausärzten noch zu vertiefen.

Spitzenmedizin für die Region

Am St. Galler Kantonsspital hätten ihn der gute Teamgeist und die hervorragende Ausbildungsqualität fasziniert, sagt Erhardt. Der Kanton habe sich zudem zum Ziel gesetzt, auch dezentral Medizin auf Höchstniveau zu bieten. Das sei in der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland bereits etabliert. Er wolle das Seine dazu beitragen, dieses hohe Niveau weiterhin zu garantieren, verspricht Johannes Erhardt.

Die Spitalregion steht mit den Neubauprojekten in Grabs und Altstätten vor besonderen Herausforderungen. In Grabs beginnen die Bauarbeiten noch dieses Jahr, in Altstätten 2016. Operiert werde während der ganzen Bauzeit an beiden Standorten gleichwohl, versichert der Geschäftsleitungsvorsitzende der Spitalregion, Stefan Lichtensteiger.