Ein Böögg für den Scheiterhaufen

AU. Am Sonntag findet in Au der traditionelle Funkensonntag statt. Als Krönung wird um 19 Uhr der von den Auer Viertklässlern gebaute Böögg auf dem Funken verbrannt. Mit der Verbrennung soll der Winter vertrieben werden.

Susi Miara
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Die Viertklässler an der Arbeit. 150 Ausgaben des «Rheintalers» wurden auf dem Böögg verkleistert. (Bild: Marcel Tschofen)

Die Viertklässler an der Arbeit. 150 Ausgaben des «Rheintalers» wurden auf dem Böögg verkleistert. (Bild: Marcel Tschofen)

Noch sitzt der Böögg im Werkraum des Primarschulhauses Haslach. Doch schon morgen wird er zu seinem Richtplatz auf der Wiese gegenüber der Firma Model PrimePac AG gezogen. Der Böögg wird dann am Funkensonntag um 19 Uhr verbrannt. Mit dem Verbrennen des Bööggs soll der Winter vertrieben werden. Je schneller der Böögg den Kopf verliert, desto schöner soll anschliessend der Sommer werden.

Lange Tradition

Seit 25 Jahren wird der Auer Böögg von den Primarschülern im Werkunterricht gebaut. Dieses Jahr wieder unter der Regie von Marcel Tschofen und Roger Müller. Auch der pensionierte Lehrer Sepp Schachtler stand den Schülern und den beiden Lehrern mit Rat zur Seite. Das Holzgerüst fertigt seit Jahren Hauswart Roberto Grego an. Er war bis jetzt auch für das Einarbeiten der Knallkörper zuständig. Diese Arbeit wird er dieses Jahr gemeinsam mit Daniel Bürki vom Musikverein erledigen. Sie werden drei Sprengladungen, eine in den Oberschenkel, eine in die Brust und eine in den Kopf, «hineinoperieren». Bürki ist auch für den Transport des Bööggs zum Funkenplatz zuständig. «Am Freitag wird der Böögg bei uns abgeholt», sagt Marcel Tschofen. Beim Aufladen der 3,2 Meter grossen Figur werden auch die Schüler helfen.

Viertklässler an der Arbeit

Seit Anfang Januar sind die Viertklässler der beiden Primarlehrer an der Arbeit. An das Holzgestell wurden die mit Zeitungen gestopften Säcke gebunden. Dann musste alles mit Wellkarton umwickelt werden, und mit Fischkleister wurden zuerst die Zeitungen und am Schluss weisses Kopierpapier geklebt. «Die Zeitungen sind für die Stabilität, das Kopierpapier für das Aussehen», erklärt Marcel Tschofen.

Je schneller, desto besser

Das Herstellen des Bööggs sei ein Bestandteil des Werkunterrichts, erläutert Tschofen. Alle handwerklichen Arbeiten werden dabei verrichtet. «Es ist der Stolz der Schüler, dass der Böögg besonders schön aussieht, bevor er dem Feuer zum Opfer fällt.» Die Knaben freuen sich jetzt schon auf das lautstarke Knallen und haben kein Erbarmen mit dem Böögg. Die Mädchen finden es hingegen schade, wenn am Funkensonntag der weisse Riese verbrannt wird. Die eine oder andere würde ihn am liebsten bei sich zu Hause aufstellen. Das ist leider nicht möglich, denn ein alter Brauch will es, dass er brennt, und zwar je schneller, desto besser. «Zwischen 10 und 20 Minuten wird es dauern, bis es knallt», tippen die Primarschüler. Ihr Lehrer meint, «…viel kürzer». Am Sonntag wird man es wissen.

Stolz präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihren 3,2 Meter grossen Böögg. (Bild: Susi Miara)

Stolz präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihren 3,2 Meter grossen Böögg. (Bild: Susi Miara)