Ein bisschen wie Cologna: Langlaufen ist im Trend

Langlaufen ist das Joggen des Winters. Und weil sich das so gut anfühlt, zieht es immer mehr Leute auf die Langlaufpisten. Sei es in Stadtpärken oder in Tälern zwischen den Bergen.

Nina Rudnicki
Merken
Drucken
Teilen
Früher war Langlaufen exotisch, heute versucht es fast jeder mal. (Bild: fotolia)

Früher war Langlaufen exotisch, heute versucht es fast jeder mal. (Bild: fotolia)

Langlaufen ist das Joggen des Winters. Und weil sich das so gut anfühlt, zieht es immer mehr Leute auf die Langlaufpisten. Sei es in Stadtpärken oder in Tälern zwischen den Bergen.

Frische Luft, rote Backen und am Abend erschöpfte Zufriedenheit. Langlaufen ist angesagt wie lange nicht mehr: Die Pisten liegen beinahe vor der Haustür, viel billiger als ein Ausflug in ein Skigebiet also. Damit ist Langlaufen quasi das Joggen des Winters. Und seit die Stadt St. Gallen angekündigt hat, bei genug Schnee jeweils auf der Kreuzbleiche eine City-Loipe zu spuren, ist eine Langlaufpiste auch ein Ort des Sehen und Gesehenwerdens.

Erfolgreiche Vorbilder

«Die Nachfrage nach Kursen ist extrem gestiegen», sagt Annamaria Weber von der Langlaufschule St. Gallen. Das liege zum einen sicher an den sportlichen Vorbildern wie Dario Cologna und Seraina Boner. «Zum anderen ist es einfach total zeitgemäss, gesund und macht Spass», sagt sie. Sobald der Schnee wieder länger liegen bleibt, will die Langlaufschule auf der Kreuzbleiche wegen der grossen Nachfrage Schnupperkurse anbieten.

Beliebt bei Jugendlichen

Auch in den beiden Appenzell sind zunehmend mehr Langläufer auf den Loipen anzutreffen. «Langlaufen ist klar im Trend», sagt etwa Walter Motzer, Präsident des Vereins Loipe-Gonten. Am Wochenende seien die Leute schon Minuten vor der Öffnung bereitgestanden. «Auffällig ist ausserdem, dass es immer wieder Gruppen mit 16- und 18-Jährigen auf die Langlaufpisten zieht», sagt er. Wobei die jüngeren eher die Skating-Variante bevorzugen würden, die an Schlittschuhlaufen erinnert. Die älteren würden sich tendenziell für die klassische Variante entscheiden, bei der man in den Loipen läuft.

Das grosse Interesse am Langlaufsport ist laut Motzer auch eine Folge davon, dass immer weniger Menschen Ski fahren. Als Vergleich nennt er die Winterwanderer, von denen es früher kaum welche gab. «Hat sich noch vor ein paar Jahren jemand freiwillig dafür entschieden, durch den Schnee zu wandern anstatt die Pisten hinunterzufahren, galt er beinahe als wunderlicher Exot», sagt Motzer.

Für jede Loipe

Zehn Franken kostet eine Langlauf-Tageskarte im Schnitt. 120 Franken bezahlt, wer sich den Saisonpass besorgt. Dafür kann jede Loipe in der Schweiz benutzt werden. Wie ein Blick auf langlauf.ch zeigt, sind es 5500 Kilometer, bereitgestellt von 160 Organisationen, auf denen man sich im Langlaufen versuchen kann.