«Ein Bestandteil meines Lebens»

Die Rheintalische Singgemeinschaft probt derzeit für ein Projekt, das am 19. März in der katholischen Kirche Au zur Aufführung gelangt. Als Sopranistin tritt die St. Gallerin Andrea Lang auf. Seit zehn Jahren ergänzt sie den Chor als Solistin.

Monika von der Linden
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Andrea Lang singt bereits seit zehn Jahren bei der Rheintalischen Singgemeinschaft als Solistin mit. (Bild: pd)

Andrea Lang singt bereits seit zehn Jahren bei der Rheintalischen Singgemeinschaft als Solistin mit. (Bild: pd)

Au/St. gallen. Während eines Palmsonntagskonzertes in der St. Laurenzen-Kirche (St. Gallen) wurde Karl Hardegger (Chorleiter der Rheintalischen Singgemeinschaft) auf die St. Galler Sopranistin Andrea Lang aufmerksam. Er konnte sie für einen Soloauftritt im Rheintal gewinnen. Seit dem ersten Konzert mit der Rheintalischen Singgemeinschaft sind zehn Jahre vergangen, und mit der Aufführung von Mendelssohns «Lobgesang» steht der Höhepunkt des nächsten Projektes unmittelbar bevor. Das Konzert, das am Josefstag in der katholischen Kirche Au zur Aufführung gelangt, und die langjährige Verbundenheit mit der Singgemeinschaft nimmt unsere Zeitung zum Anlass, mit der Sopranisten über ihre Vorlieben, Stärken und Verbundenheit mit dem Dörfer übergreifenden Chor zu sprechen.

Vom Chor- zum Sologesang

Andrea Lang eröffnet das Gespräch mit einer klaren und sympathischen Aussage: «Die Projekte mit der Rheintalischen Singgemeinschaft sind zu einem festen Bestandteil meines Lebens geworden.» Im jugendlichen Alter von zwölf Jahren wirkte Lang bereits im Kinderchor des Theaters St. Gallen mit. Kurze Zeit später übernahm sie kleine Solo-Partien und absolvierte schliesslich ein Gesangsstudium in Berlin. Um ein zweites Standbein zu haben, hatte sie zu diesem Zeitpunkt bereits eine Ausbildung als Arzthelferin absolviert. Doch der Gesang – sei es an der Oper oder bei konzertanten Aufführungen – ist ihr Beruf und ihre Leidenschaft geblieben. Im März münden gleich zwei Projekte der jungen Mutter in einem Höhepunkt. Am Samstag, 26. März, feiert sie mit dem Ensemble des Theaters St. Gallen Premiere von Händels Oper «Alcina» in drei Akten. Dort singt die Sopranistin die Rolle der Morgana. Der Konzert-Gesang, wie sie ihn mit der Rheintalischen Singgemeinschaft pflegt, liegt Andrea Lang besonders am Herzen. Ihre Stimme sei für Konzertliteratur prädestiniert und biete mehr Möglichkeiten innerhalb ihres stimmlichen Repertoires, sagt sie. Denn im Konzert sei ihr eher mädchenhafter Typ weniger ausschlaggebend für die Besetzung, als es in der Oper der Fall sei.

So werde sie bei Konzerten weniger schubladisiert oder Typ bedingt in Frage gestellt. Die Kombination beider Stilrichtungen sei einerseits ein musikalischer Kontrast, so Lang. Der unterschiedliche Probenaufwand lasse sich andererseits gut mit der Betreuung ihres anderthalbjährigen Kindes vereinbaren.

Chemie mit Dirigent stimmt

Als Sopranisten des Theaters St. Gallen kommt Andrea Lang immer wieder gerne ins Rheintal, um mit der Singgemeinschaft zu proben und aufzutreten. Die Sängerinnen und Sänger wirken sympathisch, und sie fühlt sich in ihrer Solo-Rolle durch den Chor gestützt. Lang zeigt sich überzeugt, dass zwischen Chor und Dirigent Karl Hardegger die Chemie stimmt. Sie habe noch keinen Auftritt erlebt, bei dem das Publikum seine Begeisterung nicht anhand von Standing Ovations bekundet hätte. Auch erachtet die Konzertsängerin es als ein Privileg, in der Klosterkirche Pfäfers singen zu dürfen – in der jedes Projekt ein weiteres Publikum findet. Umgekehrt empfinden die Chormitglieder es als Ansporn, dass Karl Hardegger stets hochkarätige Solisten engagiere.

Attraktives und hohes Niveau

Mit Blick auf den Komponisten des «Lobgesangs» und «Psalm 42», Felix Mendelssohn Bartholdy, erläutert Lang, dieser habe Werke geschaffen, die gesanglich hohe Anforderungen stellen.

Gleichzeitig kommen diese Konzerte des deutschen Komponisten durchweg bei einem breiten Publikum an. Denn sie vereinigen bombastische Orchester-Passagen mit leichten Vor- oder Zwischenspielen. Die im Stück enthaltene Dramatik verlange ei- ne nicht zu leichte Besetzung, die über Lyrik und Körper in der Stimme verfüge, erklärt die Berufssängerin die Attraktivität für Chor, Solisten und Publikum. Andrea Lang zeigt sich überzeugt, dass das aktuelle Mendelssohn-Projekt ebenso zum Erfolg gelangt, wie es bereits bei «Paulus» und «Elias» der Fall war.

Aufführung von Mendelssohns «Lobgesang»: Samstag, 19 März, 20 Uhr katholische Kirche Au und Sonntag, 20. März, 17 Uhr, Klosterkirche Pfäfers. Vorverkauf: Kantonalbank Heerbrugg