Ein Beitrag für gesundes Leben

«Um Gott, unseren Herrn zu loben, ihm Ehrfurcht zu erweisen und zu dienen» – so beschreibt Ignatius von Loyola das Ziel des Lebens. An dieser Sprache stossen wir uns vielleicht, sie ist 450 Jahre alt, sie ist uns nicht vertraut.

Reinhard Paulzen Pfarreibeauftragter In Heerbrugg
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«Um Gott, unseren Herrn zu loben, ihm Ehrfurcht zu erweisen und zu dienen» – so beschreibt Ignatius von Loyola das Ziel des Lebens. An dieser Sprache stossen wir uns vielleicht, sie ist 450 Jahre alt, sie ist uns nicht vertraut. Aber vielleicht können wir doch die bodenständige geerdete Lebenskraft wiederfinden, die in den Worten von Ignatius steckt.

Zum einen: dass wir Menschen überhaupt einmal für etwas da sind, für ein Ziel, für einen Zweck! Solange wir Menschen einfach funktionieren, solange läuft alles. Aber sobald wir aus unserer Routine raus sind, dann stellt sich plötzlich die Frage: Wofür überhaupt? Wozu mach ich das eigentlich? Warum lass ich das alles mit mir machen? Wieso nehme ich das alles auf mich?

Und viele Menschen, die mit einem Burn-Out-Syndrom zu tun haben, wären ungemein froh, wenn sie eine klare Antwort hätten. Das würde ihr Leben wieder gesund machen! Für ein gesundes Leben kann es äusserst hilfreich sein, wenn wir das Ziel, das Wozu unseres Lebens vor Augen haben.

So gesehen sind die Worte von Ignatius ein Beitrag für gesundes Leben.

Aber was eben ist das Ziel meines Lebens? Etwas ausserhalb von mir; das mir vorgegeben ist; das ich mir nicht selbst gemacht habe! Offenbar geht es darum, dass ich mich bewusst und selbstbestimmt: unter ein vorgegebenes Ziel einordne!

Gott loben und ihm Ehrfurcht erweisen, heisst dann nicht von morgens bis abends nur Halleluja rufen! Es heisst ihm mit meinem Leben Antwort geben auf das, was Gott mir geschenkt und was er mir alles Gutes getan hat. Weil ich keine Laune der Natur und kein Zufallsprodukt bin! Sondern selbst ganz und gar ein Geschenk aus der Liebe Gottes heraus! Darum sollten wir uns nie und nimmer mit weniger zufrieden geben. Es gibt immer noch mehr und immer noch ein Grösseres, für das ich lebe. Die Vögel loben dieses Grössere, indem sie singen und fliegen. Die Blumen loben dieses Geheimnis, indem sie wachsen und blühen. Wir Menschen loben Gott, erweisen ihm Ehrfurcht und dienen ihm, wenn wir Lebensfreude und Menschlichkeit verbreiten und unsere Welt ein Stück besser machen.

Ignatius weiss: auf diesem Weg haben wir dann unser eigenes Lebensglück gefunden. Nur so lässt es sich finden. Wer direkt sein Glück will, der findet es nie. Wer sich einlässt auf das andere, auf das Gegenüber seines Lebens, dem fällt das Lebensglück in den Schoss; dem wird das Glück geschenkt. Ignatius sagt: «Der rettet seine Seele.» Gerade im grauen November kann gesundes Leben hilfreich sein.