Ein Baum soll Honig retten

BERNECK. Der Imker Ernst Niederer züchtet Bienenbäume. Diese sollen als natürliches Überwinterungsfutter Bienen stärken und so das Bienensterben bekämpfen.

Anina Gächter
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Erich Niederer mit drei Bienenbäumen. In seiner linken Hand hält er einen getrockneten Blütenzweig. (Bild: Anina Gächter)

Erich Niederer mit drei Bienenbäumen. In seiner linken Hand hält er einen getrockneten Blütenzweig. (Bild: Anina Gächter)

Alljährlich beklagen sich viele Imker über grosse Bienenvölker-Verluste. Ausgerechnet starke Völker werden oft durch die Varroamilbe geschwächt oder gar ausgerottet. Es gibt zwar Bekämpfungsmittel, diese schwächen aber die Fortpflanzung. Um die Eilage der Königin zu fördern, gibt man den Bienen Futtersirup oder Zuckerwasser als Vorratsfutter. Diese Fütterung im August ist nötig, da es im Herbst wenig Nektar gibt.

Natürliches Herbstfutter

Um das zu ändern, züchtet Ernst Niederer in seiner Baumschule im Unterfeld in Berneck sogenannte samthaarige Stinkeschen. Diese Bäume, die man besser unter dem Namen Bienenbäume kennt, blühen von Ende Juli bis Anfang September. Sie bieten den Bienen Überwinterungsfutter aus natürlichem Ursprung. Dieser natürliche Nektar stärkt die Völker im Herbst und hilft ihnen, Stresssituationen durch «Varroabehandlungen» besser zu überstehen.

Asiatisches Multitalent

Der Bienenbaum stammt ursprünglich aus Asien und kam in den 1950er-Jahren nach Europa. In der Schweiz wurde er erst während der letzten zehn Jahre angesiedelt. Zuvor war man aufgrund seiner asiatischen Herkunft etwas vorsichtig. Der Bienenbaum ist winterhart und erträgt starken Rückschnitt. Er wächst fast überall, sogar auf steinigem Boden. Nur anhaltende Staunässe mag er nicht. Der Baum trägt weisse Blüten, die aussehen wie grosse Holunderblüten. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die beide blühen, wobei nur die männlichen Pflanzen Samen tragen. Vögel mögen die dunkelroten Samen, weil sie sehr ölhaltig sind.

Der Natur helfen

Ernst Niederer pflanzte seine Bienenbäume vor drei Jahren. Sie sind nun zwei bis drei Meter hoch, können aber noch bis zu neun Meter hoch werden. Sie werden ohne Topfballen und mit eingepackter Wurzel zum halben Preis verkauft. Damit hofft Niederer, einen Beitrag zur Erhaltung der Bienen und zum Schutz der Natur leisten zu können.

Bei Interesse melde man sich bei Ernst und Erika Niederer, Feldmülistrasse 6, Berneck, Telefon 071 744 85 74.