«Ein Ausrutscher ist tödlich»

Bei einer anspruchsvollen Wanderung ist ein 29-Jähriger am Samstag in der Nähe der Zwinglipasshütte am Fusse des Altmanns im Alpstein 300 Meter in den Tod gestürzt. Die Polizei geht von einem Unfall aus.

Tim Naef
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WILDHAUS. Ein 29-jähriger Deutscher ist am Samstag beim Girenspitz in der Nähe der Zwinglihütte am Fuss des Altmanns im Alpstein abgestürzt. Die Rega konnte den Mann nur noch tot bergen. Der Verunfallte war mit einem Freund und dessen Ehefrau zu einer Wandertour im Alpstein aufgebrochen. Die Route sollte von Wildhaus über die Chreialp weiter auf die Alp Tesel führen. Wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilte, trennte sich die Frau auf der Chreialp von den beiden Männern. Während sie einen leichten Wanderweg in Richtung Zwinglipass wählte, wollten die beiden 29-jährigen Männer auf einer äusserst anspruchsvollen Tour mit dem Schwierigkeitsgrad T6 den Ostgrat beim Girenspitz überqueren.

Ehefrau mit Rufen alarmiert

Beim Umgehen eines Felsens auf 2150 Meter über Meer stürzte einer der Bergsteiger aus noch unbekannten Gründen 300 Meter in die Tiefe. Durch Hilferufe alarmierte der zweite Mann seine Ehefrau, die bereits die Zwinglipasshütte erreicht hatte. Diese verständigte daraufhin die Rettung. Dennoch kam für den Abgestürzten jede Hilfe zu spät. Er konnte von der Rega nur noch tot geborgen werden. In einer zweiten Bergungsaktion wurde der unverletzte Bergsteiger gerettet und zur nahen SAC-Hütte geflogen.

«Die Abklärungen zum Unfallhergang werden durch Spezialisten des Alpinkaders der Polizei durchgeführt», sagt Bruno Metzger, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. «Wir gehen von einem Unfall aus, dennoch wird in alle Richtungen ermittelt.» Der Überlebende und seine Ehefrau, beides Deutsche, werden von Spezialisten der psychologischen Ersten Hilfe betreut.

T6: Die schwierigste Kategorie

«Die Tour über den Ostgrat in Richtung Girenspitz ist eine extrem schwierige Wanderung», sagt Marcel Halbeisen, Präsident des SAC St. Gallen. «Zwar ist eine T6-Route noch als Wanderung klassifiziert, dennoch ist ein Ausrutscher tödlich.»

Über die möglichen Ursachen des Unfalls kann Halbeisen nichts sagen. Doch für die vielen Toten in den vergangenen drei Tagen hat er zumindest einen Erklärungsansatz, wenn auch nur einen statistischen. «Schuld ist das Wetter. Je schöner es ist, desto mehr Menschen gehen wandern. Und je mehr Menschen wandern gehen, desto mehr Unfälle gibt es.»