Ein Auge für die Natur

Der St. Margrether Fotograf Mathias Rüesch ist einer der Gewinner des nationalen Fotowettbewerbes zum Jahr des Waldes. Er siegte in der Kategorie Wald und Technik.

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ST. MARGRETHEN. Im Rahmen des Internationalen Jahres des Waldes 2011 wurde gesamtschweizerisch ein offener Fotowettbewerb mit diversen Kategorien ausgeschrieben. Mittlerweile ist dieser Fotowettbewerb abgeschlossen und die Gewinner stehen fest. Besonders erfreulich: Das Siegerbild in der Kategorie Wald und Technik stammt von Mathias Rüesch, einem Fotografen aus St. Margrethen.

Teil eines Projekts

Das Siegerbild zeigt die Bergbahn Rheineck-Walzenhausen auf ihrem Weg bergwärts. Es ist Teil des Fotoprojekts «Mikrobosque» von Mathias Rüesch, dem er sich seit Anfang Jahr widmet. Mit feinem Gespür für die Poesie des Waldes hat er besonders die Mischwälder an den Hügeln zwischen dem Rheintal und dem Appenzeller Vorderland mit seiner Kamera durchstreift. Neben dem Siegerbild des Wettbewerbs, das im Januar entstanden ist, hat er auch in den anderen Monaten des Jahres besondere Momente festgehalten. So zeigt sein Fotoprojekt Bilder aus allen Jahreszeiten: Die letzten Spuren des Winters, den zarten Beginn des Frühlings, die Momente des Sommerregens und die fallenden goldenen Blätter des Herbstes. «Mikrobosque» zeigt Nebelschwaden und sanft murmelnde Frühlingsbäche, Felswände voller Eisskulpturen, grellgrüne Moosteppiche und forsche Pilzkolonien. «Mikrobosque» zeigt die Spuren, die der Mensch im Wald hinterlässt, die auch noch nach Jahrzehnten sichtbar sind, und die vergänglichen Hinweise auf die tierischen Bewohner des Waldes. Daneben hat sich Mathias Rüesch hauptsächlich einen Namen gemacht als Fotograf im agrikulturellen Bereich. Dabei versteht er es, speziell Schafe in einer Form abzubilden, die das besondere Auge für das Wesen und den Charakter dieser Tiere verraten. Nicht nur Schafe versteht er mit seiner Kamera zu erfassen, Kühe und Ziegen zählen ebenfalls zu seinen Spezialitäten – die Klassiker der regionalen Landwirtschaft sozusagen. Mit seiner fotografischen Arbeit möchte Mathias Rüesch dieses Kulturgut der regionalen Nutztiere emotional festhalten, aus einem speziellen Blickwinkel. Manchmal zum Schmunzeln, manchmal zum Nachdenken und manchmal möchte er einfach nur die Schönheit, das Wesen und die Seele der Kreatur festhalten.

Badewannen und Jazzclubs

Auch jetzt arbeitet Mathias Rüesch an spannenden Fotoprojekten. Eines davon setzt sich in überraschender und ausgesprochen spielerischer Weise mit Badewannen auseinander, ein anderes widmet sich dem spannenden Ambiente der Jazzclubs in der spanischen Hauptstadt Madrid und transportiert den Schweiss und die Hingabe der vorwiegend kubanisch-stämmigen Musiker, die fernab von Latino-Sound für Rhythmus sorgen. (pd)