Ein Abstieg mit Ansage

FC HEIDEN. Aufsteiger Heiden verabschiedet sich nach nur einer Saison bereits wieder in Richtung 4. Liga. Es ist das Resultat fehlender Routine, Verletzungspech und spielerischen Unvermögens.

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FC HEIDEN. Aufsteiger Heiden verabschiedet sich nach nur einer Saison bereits wieder in Richtung 4. Liga. Es ist das Resultat fehlender Routine, Verletzungspech und spielerischen Unvermögens.

Die Vorderländer, die sich in der Vorsaison mit einem Punkt Vorsprung auf die Reserven des FC Rebstein den Aufstieg sicherten, starteten mit hohen Erwartungen in die erste 3.-Liga-Saison seit fünf Jahren. Etablieren wollte man sich, für jeden Gegner eine Knacknuss sein. Es kam anders. Dass es eine schwierige Saison wird, zeichnete sich trotz einer positiven Vorbereitung bereits früh ab.

Nach vier Runden und ebenso vielen Punkten warteten mit Appenzell und Scintilla zwei zu diesem Zeitpunkt direkte Konkurrenten auf die Elf von Reto Boller. Das Vorhaben, sich mit sechs Punkten aus zwei Spielen eine komfortablere Tabellensituation zu verschaffen, scheiterte aber durch zwei uninspirierte Auftritte und brachte die Gerbe-Kicker früh in die Bredouille. Auch in den folgenden Wochen wurde es nicht besser, und so setzte es bis zur Winterpause sechs weitere, teils heftige Klatschen ab. Einzig beim damaligen Tabellenführer Wittenbach konnte man mit einem Remis überraschen.

K.-o.-Schlag nach dem Coup

Nach zwei Start-Niederlagen landete die Boller-Elf im dritten Spiel der Rückrunde einen Coup und bezwang Staad mit 4:3. Genau die richtige Motivation für den Abstiegsgipfel beim Tabellenletzten Grabs? Fehlanzeige! Durch eine ideenlose Vorstellung erfolgte ein Déjà-vu-Erlebnis. Während die Werdenberger ihren ersten Saisonsieg feiern konnte, verpassten es die Vorderländer erneut, den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze zu verkürzen. Dies war der finale K.-o.-Schlag, denn wie bereits in der Vorrunde resultierte gerade noch ein Punkt aus den letzten sieben Spielen. Der Abstieg kam mit Ansage.

Trotz der miserablen Punkteausbeute sieht man in Heiden nicht alles negativ. Besonders die jungen Spieler wie Nico Boller, Michael Müller oder die Brüder Kris und Ray Kunz fanden sich Woche für Woche in der Startelf wieder und rechtfertigten das Vertrauen mit beherzten Auftritten. Zusammen mit dem achtfachen Torschützen Remo Gebert sind sie die Lichtblicke einer verkorksten Saison. Doch auch sie sind auf routinierte Kräfte wie die eines Michel Lopes, Daniele Marano oder Semir Krizevac angewiesen. Sperren, Verletzungen und etliche weitere Absenzen verhinderten einen FC Heiden in Bestbesetzung jedoch ein ums andere Mal. (lua)