Eichbergs Zoo wird wiederbelebt

Jasmin und Ralf Hutter haben das Eichberger Zoogelände gekauft. Sie wollen es wieder mit Tieren beleben. Nicht mit exotischen, wie sie hier früher zu sehen waren, sondern mit Nutz- und Haustieren. Auch mit solchen, die man anderswo nicht mehr will. Der Zoo wird zum Gnadenhof.

Max Tinner
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Jasmin Hutter auf der Wiese des ehemaligen Eichberger Zoos. Hündin Raya darf mit aufs Bild, sozusagen als Vertreterin der Tiere, die man hier bald wieder wird sehen können. Sie nutzt die Gelegenheit auch gleich zum Kuscheln mit Frauchen. (Bild: Max Tinner)

Jasmin Hutter auf der Wiese des ehemaligen Eichberger Zoos. Hündin Raya darf mit aufs Bild, sozusagen als Vertreterin der Tiere, die man hier bald wieder wird sehen können. Sie nutzt die Gelegenheit auch gleich zum Kuscheln mit Frauchen. (Bild: Max Tinner)

EICHBERG. Sie sei halt eine «totale Tiernärrin», sagt Jasmin Hutter und lacht. Zusammen mit ihrem Mann Ralf und ihren Kindern Jon und Mara hält sie Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen. Und auch einige Schafe, die anderswo überzählig waren und bei der früheren SVP-Nationalrätin und ihrer Familie Asyl gefunden haben.

«Ein kleines Gnadenhöfli»

Bald werden weitere Tiere dazu kommen: Jasmin und Ralf Hutter haben das Areal des ehemaligen Eichberger Zoos gekauft und wollen es wiederbeleben. Nicht mit exotischen Tieren, wie sie hier früher zu sehen waren, sondern mit Nutz- und Haustieren. Sobald in ein paar Wochen das Gras genügend hoch steht, wird ein Pärchen Galloway-Rinder ein Gehege beziehen. Weiter kommen Ponies auf das Gelände, Truthennen, Säuli, Meerschweinchen und Kaninchen. Und auch Tiere, die woanders nicht mehr willkommen sind, sollen hier eine letzte Bleibe bekommen. «Ein kleines Gnadenhöfli», sagt Jasmin Hutter.

Auch Tagesstätte für Hunde

Auch Hunde sind willkommen: als Tagesgäste auf einem speziell dafür vorgesehenen Teil des Areals. Dass Jasmin Hutter mit den Hunden auch spazieren geht, versteht sich von selbst. Familienhund Raya wird sich über die Gspänli freuen.

Bald offiziell Bäuerin

Es entsteht also eher ein Streichelzoo als ein Zoo im herkömmlichen Sinn. An ihr sei eine Bäuerin verloren gegangen, meint Jasmin Hutter. Das hat sie erkannt, nachdem sie Mutter geworden ist und Politik und auch die Zeit als Bagger- und Baumaschinenverkäuferin hinter sich gelassen hat. Jetzt, wo die Kinder in den Kindergarten gehen und bald in die Schule kommen, gewinnt sie etwas Zeit zurück – und wird darum die Bäuerinnenschule am Rheinhof in Salez besuchen.

Adler und andere Greifvögel

Ein klein wenig Wildpark wird Jasmin und Ralf Hutters Zoo auch: In einer grossen Voliere wird man Greifvögel sehen können, die Heinz Köppel bereits seit einiger Zeit hier hält, unter anderem Adler. Der Diepoldsauer ist Lehrer und ausserdem Ornithologe und Betreiber einer Vogelpflegestation.

Eintritt verlangt die Familie Hutter keinen. Die Tiere können von den öffentlichen Wegen, die beidseits der Zoowiese vorbeiführen, beobachtet werden.

«Zoohuus» wird reaktiviert

Finanziert wird die Tierhaltung nebst mit den Einnahmen aus der Hunde-«Tagesstätte» aus der Vermietung des Zoohauses für Vereins- und Firmenanlässe sowie Familienfeiern. Für Schulungen ist extra noch ein Beamer installiert worden. Erste Buchungen liegen bereits vor.

Auf Jasmin und Ralf Hutter überschrieben wurde das Areal letzte Woche – fast auf den Tag fünf Jahre, nachdem die Zoo-Stiftung 2011 bekannt gab, dass sie den Betrieb liquidiert. Die Schliessung hatte damals schon seit Monaten gedroht. Mehrere Hunderttausend Franken hätten in die Erneuerung und Vergrösserung verschiedener Gehege investiert werden müssen. Geld, das man nicht hatte, und das in diesem Umfang auch nicht aufzutreiben war. Die Tiere wurden dann an verschiedene Zoos und Zuchtstationen für bedrohte Tierarten im In- und Ausland verkauft. Gelände und Zoohaus wurden von Jürg Mächler und Röbi Willi gekauft, die hier Trekkingtouren anbieten wollten. Nach dem überraschenden Tod von Röbi Willi im Sommer 2012 wurden diese Pläne aufgegeben.

www.zoohuus.ch