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EICHBERG: Schiessstand Chapf vor dem Aus

Wird auf dem Schiessstand Chapf auch nach 2020 noch geschossen, muss der Kugelfang saniert werden. Die Feldschützen empfehlen dem Gemeinderat nun überraschend, darauf zu verzichten und den Stand aufzuheben.
Max Tinner*
Der Eichberger Schiessstand liegt an idyllischer Aussichtslage auf dem Chäpfli. Soll hier aber auch künftig geschossen werden, muss der Kugelfang am Hoch-Chapf (im Bild rechts oben) saniert werden. (Bild: Max Tinner)

Der Eichberger Schiessstand liegt an idyllischer Aussichtslage auf dem Chäpfli. Soll hier aber auch künftig geschossen werden, muss der Kugelfang am Hoch-Chapf (im Bild rechts oben) saniert werden. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner*

Momentan sanieren viele Gemeinden ihre älteren Schiessstände. Die Häufung hat einen Grund: Nach dem 31. Dezember 2020 dürfen keine Projektile mehr ins Erdreich geschossen werden, weil diese bleihaltig sind. Dies verlangt der Bund. Was bedeutet, dass die Schiessanlagen bis dahin mit einem künstlichen Kugelfangsystem auszurüsten – oder alternativ stillzulegen sind.

Betroffen ist auch der Schiessstand Chapf in Eichberg. Welche Kosten auf die Gemeinde zu­kommen, lässt sich noch nicht abschliessend sagen, stellte Marco Räss, der Präsident des Feldschützenvereins Eichberg, an der Hauptversammlung kürzlich fest. Dies hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Boden ausgehoben und spezialentsorgt werden muss. Die Bandbreite der Kostenschätzung reicht von 72000 bis 360000 Franken. Davon würde der Bund pauschal 48000 Franken (8000 Franken pro Scheibe) übernehmen.

Erneuerungsbedarf auch im Schützenhaus

Allerdings wäre es damit nicht getan. Soll der Stand weiterbetrieben werden, müsste er umfassend erneuert werden. Im Besonderen ist die Trefferanzeige in die Jahre gekommen und funktioniert nicht mehr immer so zuverlässig, wie sie sollte. Allein der Einbau einer neuen Trefferanzeige kostet um die 90000 Franken. Mit der Erneuerung der übrigen Infrastruktur dürfte die Standerneuerung insgesamt um die 220000 Franken kosten, gibt Marco Räss zu bedenken.

Nachdem schon an den Hauptversammlungen der Vorjahre über die Zukunft des Vereins und des Schiessstandes diskutiert worden war, haben die Feldschützen Eichberg nun einen Grundsatzentscheid gefällt. Sie empfehlen dem Gemeinderat, nebst in die vorgeschriebene Altlastensanierung am Kugelfang nicht mehr weiter in den Stand zu investieren und diesen aufzuheben. Dies hätte auch zur Folge, dass sich die Gemeinde bei ei­nem der benachbarten Gemeinschaftsstände einkaufen müsste.

Der Entscheid der Feldschützen Eichberg überrascht und ist auch nicht einstimmig gefasst worden. Es gab durchaus Stimmen, die appellierten, am Stand festzuhalten, weil sonst dem Dorf ein weiteres Angebot und ein weiteres Stück Dorfleben verloren geht.

Kleiner Verein, grosser Aufwand

Dem stehen nicht allein die Kosten gegenüber. Der Verein ist eher klein. Die letzten Jahre schoss von den 27 Mitgliedern lediglich noch gut ein Dutzend Schützinnen und Schützen das vollständige Jahresprogramm. Neumitglieder gab es die letzten Jahre keine mehr. Auch Jungschützenkurse sind zuletzt nicht mehr zustande gekommen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Mitgliederzahl mittelfristig weiter zurückgehen wird und es damit auch zunehmend schwieriger wird, genügend Funktionäre zu rekrutieren. Einzelne andere Vereine, die vor wenigen Jahren in derselben Situation waren, gibt es heute nicht mehr.

Hinzu kommt, dass es keine Zufahrt zum Stand gibt und dieser entsprechend aufwendig im Unterhalt ist. Aus demselben Grund ist auch ein Schützenfest zur Aufbesserung der Vereinskasse nur mit enormem Aufwand durchführbar.

Aus diesen Gründen stimmten von den 22 Vereinsmitgliedern, die an der Versammlung teilnahmen, 13 für die Aufhebung des Standes. Lediglich acht sprachen sich dafür aus, am Stand festzuhalten. Ein Mitglied enthielt sich der Stimme.

Gemeindepräsident Alex Arnold ist froh, dass sich die Feldschützen Eichberg nicht allein von Emotionen leiten lassen. Sofern der Verein am Stand würde festhalten wollen, würde der Gemeinderat dies zwar in die Erwägungen einbeziehen, betont er. Denn nebst den Kosten sei auch das Unterstützen eines lokalen Vereins ein Argument. Aus Sicht der Gemeinde lohne es sich aber nur, in den Stand zu investieren, wenn der Verein längerfristig weiterbestehe und sich um den Stand kümmere.

Altstätten oder Oberriet: Schützen dürfen mitreden

Der Entscheid, wie es weitergeht, liegt beim Gemeinderat. Dies, weil die Gemeinden den Militärdienstpflichtigen eine Gelegenheit bereitstellen müssen, ihre Schiesspflicht zu erfüllen. Dazu muss aber nicht jede Gemeinde einen eigenen Stand betreiben. Es ist auch eine gemeindeübergreifende Lösung möglich, wie sie beispielsweise Rebstein und Balgach gewählt haben. Im Fall der Gemeinde Eichberg kommt ein Einkauf in eine der beiden Gemeinschaftsanlagen in Altstätten oder Oberriet in Frage. Beim Entscheid, welcher es sein soll, werden die Kosten eine Rolle spielen, aber auch die Präferenzen des Feldschützenvereins Eichberg. Der gewählte Stand würde dann ja sozusagen zur «neuen Heimat» des Vereins, sagt Alex Arnold. «Und das darf in die Überlegungen durchaus einbezogen werden.»

Hinweis

* Der Autor ist Mitglied des Vereins. Mehr zum Verein auf www.feldschuetzen-eichberg.ch.

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