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EICHBERG: Holzschlag trotz tiefer Preise

Die Besitzer eines Stücks Wald lassen zurzeit nicht weit vom Werkhof entfernt über 1000 Kubikmeter Holz schlagen. An der Arbeit ist ein Unternehmer aus dem Appenzellerland, die Häcksel bleiben im Rheintal.
Kurt Latzer
Die Rheintaler Wald-Holz-Energie AG setzt in Eichberg den Holzhäcksler ein, der im Mai 2016 in Betrieb genommen wurde. Die Holzschnitzel liefert die Firma für Schnitzelheizungen in Altstätten und Diepoldsau. Den Holzschlag, den Transport und das Holz übernimmt die Forstteam Haslen GmbH aus Appenzell Innerrhoden. (Bild: Kurt Latzer)

Die Rheintaler Wald-Holz-Energie AG setzt in Eichberg den Holzhäcksler ein, der im Mai 2016 in Betrieb genommen wurde. Die Holzschnitzel liefert die Firma für Schnitzelheizungen in Altstätten und Diepoldsau. Den Holzschlag, den Transport und das Holz übernimmt die Forstteam Haslen GmbH aus Appenzell Innerrhoden. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Viele Baumstämme lagern auf einem Platz an der Hinterforsterstrasse und vor dem Werkhof. Die Strasse kurz vor dem Dorf ist wegen des Holzschlags gesperrt. Auch für Fussgänger und Velofahrer. Je mehr man sich der Absperrung nähert, umso intensiver riecht man den typischen, harzigen Geruch von frisch geerntetem Holz. Josef Benz, Förster und Betriebsleiter der Rheintal-Forst AG, ist vor Ort, sieht nach dem Rechten.

Er ist nicht wegen des Holzschlags hier. Benz besucht sein Team beim neuen Häcksler der Wald-Holz-Energie AG. Den Auftrag für das Ausforsten der über 1000 Kubikmeter Holz von der Parzelle am Hang hat die Rheintal-Forst AG nicht bekommen. Wie schon einige Male zuvor hat die Innerrhoder Forstteam Haslen GmbH in Eichberg den Zuschlag erhalten. Geschäftsführer Benedikt Dörig: «Wir kaufen hier das Holz ab Stock. So muss sich der Waldeigentümer um nichts mehr kümmern. Auch nicht um den Verkauf des Holzes.»

Innerrhoder Forstteam holzt in Eichberg seit Jahren

Die Maschinen und Geräte, wie etwa einen mobilen Kran zum Transport der Baumstämme, hat die Rheintal-Forst AG. Warum ist das Unternehmen nicht berücksichtigt worden? «Wir haben vor ein paar Jahren einmal eine Offerte von der Rheintal-Forst AG bekommen», sagt Christian Schlegel, Präsident der Ortsgemeinde Eichberg, «das Forstteam Haslen bot die besseren Konditionen.»

Seither hat die Firma aus dem Appenzellerland von Eichberger Waldbesitzern einige Aufträge bekommen. «Wir waren mit dem Unternehmen immer zufrieden», sagt Schlegel. Das Stück Wald, das zurzeit ausgeforstet wird, gehört Privatbesitzern. Der Eichberger Ortsgemeindepräsident ist Landwirt. Er war früher Präsident der Äusseren Rhode Eichberg, die sich mit der Inneren Rhode Anfang Jahr zur Ortsgemeinde Eichberg vereinigt hat.

Sorge bereitet auch das Starkholz

Da Christian Schlegel, wie auch die ehemaligen Rhoden, Wald besitzt, kennt er nicht nur den Wald, sondern auch den Holzmarkt. Immer wieder ist in den letzten Jahren zu lesen, die Holzpreise seien im Keller. Warum schlägt man dann so viel Holz auf einmal, wie zurzeit in Eichberg? Der Wald müsse bewirtschaftet und verjüngt werden, ist Schlegel überzeugt. Selbstverständlich könne man mit dem Holzschlag zuwarten, zehn oder noch mehr Jahre. Darunter aber leide unter anderem die Holzqualität. «Wir haben schon jetzt einen relativ grossen Anteil an Starkholz, das in Sägereien schwer zu verar­beiten ist», sagt der Eichberger Ortsgemeindepräsident. Es ge­-be kaum mehr Sägereien, die Stämme mit über 50 Zentimeter Durchmesser verarbeiten können oder wollen.

Langes Zuwarten mit der Waldbewirtschaftung ist Christian Schlegels Meinung nach aus einem anderen Grund sinnlos: «Auf dem Holzmarkt sehe ich keinen Silberstreifen am Horizont.» Die Nachfrage der holzverarbeitenden Industrie an Massivholz ist gering, im Trend liegt verleimtes Holz. Und genau das kann die Schweiz den Schreiner- und Zimmereien nicht liefern, weil es im Lande kein Leimwerk gibt. Die Firmen im Ausland verleimen Bretter zu sogenannten Leimbinder. Baumstämme mit mehr als 40 Zentimetern können nicht verarbeitet werden.

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