Ehre für Floriana Frassetto

HEERBRUGG. Die ganze Welt kennt Mummenschanz, aber nur wenige die Wahl-Altstätterin, Erfinderin, Choreografin, Spielerin Floriana Frassetto. Gestern ehrte die Rheintaler Kulturstiftung die 65-jährige Künstlerin mit dem «Goldiga Törgga».

René Schneider
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Schalkhaft: Floriana Frassetto mit ihrer Tochter Melanya Velazquez gestern Abend an der Preisverleihung in der Aula der Kanti Heerbrugg. (Bild: René Schneider)

Schalkhaft: Floriana Frassetto mit ihrer Tochter Melanya Velazquez gestern Abend an der Preisverleihung in der Aula der Kanti Heerbrugg. (Bild: René Schneider)

«Ihre Bühnenfiguren sind Ikonen, die uns seit mehreren Jahrzehnten begleiten», stellte Christa Köppel, Präsidentin der Rheintaler Kulturstiftung und Widnauer Gemeindepräsidentin die Künstlerin vor. Floriana Frassetto ist in Italien geboren, mit ihren Eltern in die USA ausgewandert, studierte in Rom, lebte im Tessin und entwickelte 1970 mit den beiden Schweizern Andres Bossard und Bernie Schürch Mummenschanz. Seit 1972 tourt Mummenschanz durch die Welt. Von den Gründern ist einzig Floriana Frassetto übrig geblieben. Nach Altstätten kam sie in den 1970er Jahren wegen ihres inzwischen verstorbenen Lebenspartners und Förderers Hans Jörg Tobler. Floriana Frassetto wohnt und hat ihr Atelier in Altstätten.

Mit Klopapier nach Rom

Die Altstätter Stadträtin Margrit Mattle langjährige Freundin der Geehrten, beschrieb die Preisträgerin als hoch gebildete, interessante, fleissige, vielseitig begabte, temperamentvolle, spirituelle und bescheidene Frau. Das vergnügte Publikum erfuhr aber auch, wie Margrit Mattle einst versuchte, mit 200 Rollen Klopapier unauffällig durch die Zollkontrollen zu gelangen und in Rom in einem Hotel einzuchecken. Mummenschanz hatte vergessen, ausreichend Klopapier für ihre berühmte Nummer einzupacken. Sie funktioniere nun mal nur mit einer bestimmten Sorte Klopapier, sagte Mattle.

Floriana Frassetto habe mit Mummenschanz viele der Grossen auf der Weltbühne persönlich kennen gelernt und diverse internationale Preise bekommen. «Heute bekommt sie als Tüpfelchen auf dem i in ihrer Heimat den Goldiga Törgga.»

Ein Herz für die Menschen

Viel wichtiger als Glamour seien Floriana Frassetto aber glückliche Vorstellungs-Besucher; vor allem glückliche Kinder, die sich an Mummenschanz freuen können. Darum leite sie oft in ihrer Freizeit in aller Welt Workshops für benachteiligte Kinder. Die Geehrte bedankte sich mit ehrlichen Worten bei der Kulturstiftung und allen, die zu ihrem künstlerischen und persönlichen Weg sowie zum Erfolg von Mummenschanz beigetragen haben.