Ehemalige Heimleiterin muss doch noch vor Gericht

REBSTEIN/RHEINECK. Die ehemalige Leiterin des Altersheims Geserhus in Rebstein muss vor Gericht. Sie soll Heimbewohnern regelmässig Medikamente abgegeben haben, obwohl sie dazu nicht befugt war.

Drucken
Teilen
Kommt nicht zur Ruhe: Das Altersheim Geserhus in Rebstein. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Kommt nicht zur Ruhe: Das Altersheim Geserhus in Rebstein. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Das Altersheim Geserhus war Anfang 2010 in die Schlagzeilen geraten: Es gab eine Hausdurchsuchung, ein Strafverfahren und eine interimistische Leitung. Die Unabhängige Beschwerdestelle für das Alter (UBA) war mit happigen Vorwürfen gegen das Heim an die Öffentlichkeit getreten. So sollen Personen in Kellerräume gesperrt und mit Medikamenten ruhig gestellt worden sein. Übergewichtigen Heimbewohnern soll das Essen rationiert worden sein.

Die Heimleiterin kündigte und wurde umgehend freigestellt. Der Verwaltungsrat setzte als Interims-Leiter einen erfahrenen Fachmann ein. Gründe für die Missstände seien ein Mangel an Fachpersonal und ein Minimalbestand in der Nachtschicht gewesen, räumten die Verantwortlichen ein.

Das Untersuchungsamt Altstätten stellte das Verfahren gegen die ehemalige Heimleiterin und drei Mitarbeiterinnen Ende 2010 nach sorgfältigen Untersuchungen ein. Offen blieb die Frage, ob die Heimleiterin befugt war, Medikamente an die Heiminsassen abzugeben.

Nun muss sich die ehemalige Heimleiterin wegen dieses Vorwurfes vor Gericht verantworten. Sie ist wegen mehrfacher Übertretung des Heilmittelgesetzes angeklagt. Zwischen März 2006 und Februar 2010 soll sie verschreibungspflichtige Medikamente bereitgestellt haben, ohne dazu befugt gewesen zu sein. Der Prozess findet am 13. April vor dem Kreisgericht Rheintal statt.

Im Altersheim Geserhus ist inzwischen wieder Ruhe eingekehrt. Der Verwaltungsrat hat vergangene Woche eine neuen Heimleiter und eine neue Pflegedienstleiterin gewählt. (sda)

Aktuelle Nachrichten