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«EgoKiefer ist ein sicherer Wert»

Das Halbjahresergebnis der AFG Arbonia-Forster-Holding AG fiel schlechter aus als erwartet. Zugelegt hat dennoch die Division Fenster und Türen, vor allem die EgoKiefer AG in Altstätten. Doch diese ist am Kapazitätslimit.
Daniel Frutig

Daniel Frutig

Der AFG Arbonia-Forster-Holding AG macht der starke Franken zu schaffen. Einzig die Division Fenster und Türen, zu der auch die Altstätter EgoKiefer AG gehört, hat im Vergleich zum letztjährigen ersten Halbjahr deutlich zulegen können. Ist die EgoKiefer der Goldesel im Stall der AFG-Gruppe?

Daniel Frutig: Als Goldesel möchte ich die EgoKiefer nicht bezeichnen. Sie ist zwar ein sicherer Wert in der AFG Arbonia-Forster-Gruppe, aber nicht der einzige. Auch die Türen von RWD Schlatter und die Fenster und Türen von Slovaktual haben mit ihrem Wachstum zum guten Halbjahresergebnis der Division beigetragen.

Was macht die EgoKiefer denn so erfolgreich?

Frutig: EgoKiefer verfügt über herausragende Produkte, die energetisch sämtliche Anforderungen übertreffen. Dank dem ist EgoKiefer die Nr. 1 im Schweizer Fenster- und Türenmarkt. Dazu kommt, dass die Produkte brillant hergestellt werden, ganz im Sinn des Lean Managements, welches von EgoKiefer-Chef Thomas Gerosa bereits vor zehn Jahren eingeführt worden ist. Diese Philosophie von schlankem Management und schlanken Produktionsabläufen zahlt sich gerade in der jetzigen Wirtschaftslage aus. EgoKiefer hat ein intelligentes Netzwerk mit Co-Produzenten, mit denen man sehr eng zusammenarbeitet. Dazu gehören auch die etablierten Vertriebsstrukturen. Der ganze Ablauf von der Entwicklung bis hin zu den Abläufen Produktion, Verkauf, Distribution, Montage, Markenpositionierung und Zusammenarbeit mit Händlern ist perfektioniert.

Spielt das niedrige Zinsniveau auch eine Rolle? Weil dadurch der Bauboom anhält?

Frutig: Die Baubranche boomt tatsächlich. Was EgoKiefer zugutekommt, ist das Energiebewusstsein der Bauherren und der grosse Renovationsbedarf bei Altbauten. EgoKiefer hat es aber auch geschafft, mit ihrem Fenster-Türen-Service ihr Servicegeschäft zu etablieren. Dieser Bereich macht mit rund 80 Leuten bereits einen zweistelligen Millionenumsatz.

Auch wenn EgoKiefer Marktführer ist …

Frutig: Im Bereich der Kunststoff-Fenster.

… so heisst dies aber nicht zwingend, dass man die Konkurrenz nicht spürt. Gerade mit dem zurzeit überbewerteten Franken: Drücken jetzt ausländische Mitbewerber auf den Markt?

Frutig: Mit dem tiefen Euro-Kurs haben wir in der Tat eine ganz neue Wettbewerbssituation. Die müssen wir für EgoKiefer, aber auch für RWD Schlatter, genau analysieren. Bereits jetzt beschaffen wir uns einen Teil der Vorprodukte im Euro-Raum. Eine Zeitlang kommen uns noch gewisse Eintrittsbarrieren zugute. EgoKiefer ist da top-aufgestellt, ganz nahe bei den Kunden.

Die AFG will alle Divisionen auf Kostensenkungspotenzial überprüfen, aber auch das Wachstum durch Innovationen fördern. Was kann dies für EgoKiefer bedeuten?

Frutig: EgoKiefer läuft auf Hochtouren. Die Unternehmung ist am Kapazitätslimit angelangt. Die Zusammenarbeit mit Slovaktual und andere Partnerschaften mindern den Druck zwar etwas. Wir müssen aber eine intelligente Lösung finden, wie wir die Produktionskapazität erhöhen können. Dabei müssen wir uns grundsätzlich fragen: Können wir diese Erweiterung in Altstätten realisieren, oder müssen wir in Betracht der jetzigen wirtschaftlichen Situation offener werden.

Heisst das, dass man sich für den Ausbau nicht zwischen Altstätten und Villeneuve (wo EgoKiefer einen zweiten Produktionsstandort hat) entscheiden muss, sondern zwischen Altstätten und Ausland?

Frutig: Altstätten, EU-Raum – oder andernorts. Es gilt auch, Synergien zu nutzen, die sich uns bereits bieten. Wir verfügen zum Beispiel in Arbon über nicht genutzte Flächen. Solche brachliegen zu lassen, können wir uns nicht erlauben. Auch dies gilt es als Alternative in Betracht zu ziehen. Klar ist: EgoKiefer braucht zusätzliche Kapazität. Auch um Marktanteile zu gewinnen, wo noch zusätzliche Chancen bestehen. Bei den Holz und Holz/Aluminium-Fenstern zum Beispiel bieten sich noch Wachstumsmöglichkeiten. Wir können die nötige Kapazität aber auch nicht irgendwo aufbauen. Wir müssen uns in einem Umkreis von 300 bis 500 Kilometer bewegen. Dann ist ein Kapazitätsausgleich möglich. Auf weitere Distanzen wird die Logistik zu teuer.

Die AFG Arbonia-Forster-Holding AG hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Marktanteile in Asien auszubauen. Betrifft dies auch EgoKiefer?

Frutig: Ja, wir analysieren die Möglichkeiten bereits seit mehreren Monaten. Es stellt sich die Frage, wie wir unsere Top-Fenster und -Türen in den asiatischen Raum bringen können: organisch, wie wir dies bei der STI Hartchrom taten, oder allenfalls durch Akquisitionen. Tatsache ist: Asien ist ein riesiger, boomender Markt und Tatsache ist auch unsere enorme Kompetenz im Fenster- und Türenbau. Wir werden uns in den nächsten Monaten festlegen, wie wir unsere Strategie «Go east» entwickeln wollen. Vorerst haben wir mit dem Kauf der slowakischen Fenster- und Türenfabrik Slovaktual vor zwei Jahren den Schritt in den internationalen Markt gemacht und uns so einen ersten Brückenkopf im europäischen Markt gebaut.

Wenn die AFG in China Fenster und Türen verkaufen will, wird man dort produzieren müssen. Es werden wohl kaum Altstätter Fenster nach China verschifft?

Frutig: EgoKiefer produziert in der Schweiz und verkauft in

der Schweiz. Export ist unmöglich. Jegliche Vorstellung, man könnte in der Schweiz für den asiatischen Raum produzieren, kann man gleich vergessen. Mit dem heutigen Kursniveau des Euro gilt das ebenfalls für den Euro-Raum.

Interview: Max Tinner

EgoKiefer-Hauptsitz in Altstätten: Das Tochterunternehmen der AFG Arbonia Forster produziert auf Hochtouren. (Bild: z. Vfg.)

EgoKiefer-Hauptsitz in Altstätten: Das Tochterunternehmen der AFG Arbonia Forster produziert auf Hochtouren. (Bild: z. Vfg.)

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