Dynamit und Liebeskummer

ALTSTÄTTEN. Voller Liebe und Leidenschaft ist das neue Programm des Diogenes-Chors. Einige Male wird es pathetisch. Aber immer wieder löst neckische Ironie die Spannung auf, wenn sie zu ernst wird.

Max Tinner
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Im Diogenes-Chor glänzt jede Sängerin, jeder Sänger auch als Solist. Hier Jürg Schmidlin (links). (Bild: Max Tinner)

Im Diogenes-Chor glänzt jede Sängerin, jeder Sänger auch als Solist. Hier Jürg Schmidlin (links). (Bild: Max Tinner)

Urs Stieger hat seinen Diogenes-Chor für dessen viertes Programm in die 1970er Jahre zurückgeführt und einige der schönsten Lieder aus dieser Zeit ausgewählt. Dabei werden verspielt alle Grenzen überschritten. Zum einen sprachlich: gesungen wird italienisch, spanisch, englisch, griechisch, deutsch und sogar jiddisch. Aber auch thematisch. Liebe und Herzschmerz bilden einen Schwerpunkt. Dann wird aber auch mit dem Bild grosser Revolutionen gespielt. Dabei schwingen die fünf Sängerinnen und drei Sänger aber Fahnen in den Regenbogenfarben der Friedensbewegung. Auch wenn manche Lieder zu einer schmerzenden Pathetik hochgetrieben werden, wird die Spannung mit neckischer Ironie aufgelöst. Paul Simons «Boxer» ist dabei etwa zu hören oder Fabrizio de Andrés «Andrea», Cat Stevens «Moon Shadows» und Leonard Cohens «Halleluja». Ein Höhepunkt ist die Interpretation von Mani Matters «Dynamit».

Stets wird der Chor getragen von den Musikerinnen und Musikern des Ensembles Imago, welches ebenfalls von Urs Stieger geleitet wird.

Das Premierepublikum gestern war begeistert. Eine der weiteren Aufführungen sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Sie finden heute Samstag sowie kommende Woche am Mittwoch, Freitag und Samstag statt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

www.diogenes-theater.ch

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