Durch Üben für den Ernstfall bereit

Die Feuerwehr Mittelrheintal führt mit Unterstützung des Vereins «Rhyboot» drei Übungen zur Rettung von Menschen mit Behinderungen durch. Die Übungseinsätze sollen die Angehörigen der Feuerwehr für diese spezielle Herausforderung sensibilisieren.

Andrea Plüss
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Nach der Rettungssimulation wurden die Menschen mit Behinderungen auf den Schulhausplatz gebracht.

Nach der Rettungssimulation wurden die Menschen mit Behinderungen auf den Schulhausplatz gebracht.

widnaU. «Es wird eine ungewöhnliche Situation sein», meinte Kommandant Leo Thurnherr bei der Einsatzbesprechung im Feuerwehrdepot Widnau. Etwa 30 Angehörige der Feuerwehr (AdF) Widnau sowie sechs behinderte Personen aus der Betreuungstätte «Junger Rhy» in Altstätten nahmen an der Übung teil.

Besondere Herausforderung

Übungsleiterin Michaela Haas erläuterte den Einsatz im Schulhaus Rüthi, bei dem das Bergen von Personen und die Brandbekämpfung auf dem Programm standen.

Bei Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen kann eine Evakuierung im Ernstfall spezielle Vorgehensweisen der Feuerwehrleute erfordern. Wichtig sei der «sanfte Umgang», so Hass, um die Menschen nicht unnötig aufzuregen und zu verängstigen.

Erklärungen sind wichtig

Und weiter: «Ihr müsst ihnen erklären, was ihr macht». Zwei Personen im Rollstuhl, eine mit Rollator sowie drei Gehfähige wurden von drei Betreuern ins Schulhaus gebracht.

«Es ist wichtig, dass die Betreuer dabei sind, da sie einen festen Bezugspunkt für die Behinderten darstellen», so Leo Thurnherr. Beim Übungseinsatz befanden sich die Rollstuhlfahrer im Untergeschoss, die drei gehfähigen Personen im ersten Boden. Der zu löschende Brand im zweiten Boden.

Obwohl die drei jungen Rollstuhlfahrer bereits einige Übungseinsätze mitgemacht hatte, herrschte gespannte Aufregung im Raum.

Bei der Bedienung des elektrischen Rollstuhls von Christian Weber musste sich der Feuerwehrmann «einweisen» lassen. Sie hätten auch noch nie mit elektrischen Rollstühlen üben können, erklärte Kommandant Thurnherr später. Auch das Rangieren durch die Tür gestaltete sich anfangs etwas mühsam. Von anderen Einsatzkräften waren die eingeschränkt gehfähigen Personen bereits auf den Vorplatz gebracht worden. Dort wirkten sie bei einer simulierten medizinischen Erstversorgung nach Rauchvergiftung mit.

Es sei alles «nicht schlimm» gewesen, war von den Mitwirkenden zu hören. Die anfängliche Aufregung war freudigem Interesse an allen anderen Aktivitäten im Umfeld gewichen. Schneller als erwartet wurde die Übung dann abgebrochen und das Löschgerät verstaut: In Balgach war ein Brand in einer Garage gemeldet worden. Die Widnauer wollten parat sein, falls ein Einsatz nötig geworden wäre, was aber nicht der Fall war.

Bei der anschliessenden Übungsbesprechung erläuterte Thomas Wald (FW Widnau), wie ein elektrischer Rollstuhl funktioniert und gab hilfreiche Tips. Zum Abschluss und als Dank gab es Bratwurst für alle Teilnehmer im Feuerwehrdepot Widnau.

Die Übung wird am 11. und 13. Oktober von der FW Diepoldsau bzw.Balgach durchgeführt.

Christian Weber wird im Rollstuhl ins Freie gebracht. (Bilder: Andrea Plüss)

Christian Weber wird im Rollstuhl ins Freie gebracht. (Bilder: Andrea Plüss)

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