«Durch die CVP ging ein Ruck»

DIEPOLDSAU. Die CVP Rheintal hat gestern für die Kantonsratswahlen nominiert. Präsident Patrick Dürr meinte, der Wahlkampf sei eine ernste Sache, aber es müsse auch Spass dabei sein. Gestern war er schon gut spürbar. Und man kam deutlich schneller voran als im politischen Alltag.

Gert Bruderer
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Für den Wahlkampf bereit: (von links, vorne) Thomas Ammann, Heinz Indermaur, Sabina Schmid (Name ab nächstem Jahr: Sabina Herrsche), Monica Bangerter-Rupf, Marlen Hasler, Tanja Strauch-Frei, Patricia Mattle, Michael Schöbi, Patrick Dürr; (hinten, von links) der junge Nicolas Lavelanet, Guido Hutter, Werner Ritter, Daniel Good, Roger Dietsche, Werner Barmettler und Ralph Thomas Lehner. Es fehlt Andreas Broger. (Bilder: Gert Bruderer)

Für den Wahlkampf bereit: (von links, vorne) Thomas Ammann, Heinz Indermaur, Sabina Schmid (Name ab nächstem Jahr: Sabina Herrsche), Monica Bangerter-Rupf, Marlen Hasler, Tanja Strauch-Frei, Patricia Mattle, Michael Schöbi, Patrick Dürr; (hinten, von links) der junge Nicolas Lavelanet, Guido Hutter, Werner Ritter, Daniel Good, Roger Dietsche, Werner Barmettler und Ralph Thomas Lehner. Es fehlt Andreas Broger. (Bilder: Gert Bruderer)

DIEPOLDSAU. Die 60 Delegierten und Gäste sassen dicht an dicht im Freihof-Saal. Warum auch nicht; «es geht um Wahlkampf», meinte Dürr, «also darum, geschlossen und eng zusammenzustehen.» Das fällt leichter als auch schon. Immerhin reitet die CVP Rheintal auf einer Erfolgswelle. Sie hat bei den Nationalratswahlen nach acht Jahren mit Markus Ritter ihren Sitz zurückgewonnen, mit Thomas Ammann den 1. Ersatzplatz erreicht und als Kreispartei «einen sehr grossen Beitrag zum kantonalen Ergebnis geleistet», wie Markus Ritter gestern meinte; in den letzten Monaten sei «ein richtiger Ruck» durch die CVP Rheintal gegangen. Doch es gibt auch einen Wermutstropfen: In St.Margrethen und Rheineck hat die CVP niemanden gefunden, der im März für den Kantonsrat kandidieren mochte.

«Leicht wird's sicher nicht»

Der Diepoldsauer Hans Frei, früher selbst während vielen Jahren Kantonsrat und nun Wahlstabsleiter, warnte indirekt vor Übermut: Zwar gehe er angesichts des praktisch gleich gebliebenen Wähleranteils der Kreispartei bei den Nationalratswahlen davon aus, dass der CVP Rheintal dies auch bei den Kantonsratswahlen gelinge. «Aber leicht wird's sicher nicht.» Mobilisieren, heisst das Zauberwort. Auch bei der Ständeratswahl. Mit Patrick Dürrs Worten: «Die CVP Rheintal hat 1200 Mitglieder. Motiviert jedes fünf Nichtmitglieder, macht CVP-Kandidat Michael Hüppi im Rheintal, und somit auch im Kanton, ein gutes Resultat.» Hüppi erwies sich gestern als schlagfertig und schien – als Quereinsteiger – durchaus jenen Spass zu haben, von dem Dürr gesprochen hatte.

Patrick Dürr gestattete sich, sowohl für den SP-Ständeratskandidaten Paul Rechsteiner, als auch für den SVP-Vertreter Toni Brunner das Wort «Parteisoldat» zu verwenden und plädierte dafür, in Ergänzung zur bereits gewählten Karin Keller-Sutter einen zweiten Ständerat nach Bern zu entsenden, der ebenfalls gewillt sei, sich – lösungsorientiert – für den Kanton St.Gallen einzusetzen. Hüppi denkt dabei u.a. an die Erschliessung der Ostschweiz und die Förderung der Bildungsinstitute im landesweiten Wettbewerb.

Alle Bisherigen treten wieder an

Zu den Kantonsratswahlen tritt die CVP Rheintal mit einer vollen Liste (also 17 Kandidierenden) an. Dass die bisherigen fünf Parlamentarier (Thomas Ammann, Patrick Dürr, Marlen Hasler, Werner Ritter und Michael Schöbi) alle zu bleiben bereit sind, wird als Vorteil erachtet. Die fünf führen – als «Zugpferde» – die CVP-Liste an, dann folgen, in ebenfalls alphabetischer Reihenfolge, die Neuen: Monica Bangerter-Rupf (Oberstufen-Schulrätin, Marbach), Werner Barmettler (Gemeinderat, Widnau), Andreas Broger (Altstätten), Roger Dietsche (Kriessern), Daniel Good (Präsident des FC Au-Berneck, Au), Guido Hutter (Kriessern), Heinz Indermaur (OMR-Schulrat, Berneck), Nicolas Lavelanet (Balgach), Ralph Thomas Lehner (ehemaliger Schweizergardist, Diepoldsau), Patricia Mattle (Mitglied Parteipräsidium Schweiz, Altstätten), Sabina Schmid (bzw. Herrsche ab nächstem Jahr, Montlingen) sowie Tanja Strauch-Frei (Vorstandsmitglied Volkshochschule Rheintal, Widnau). Gestern stellten sie sich den Delegierten kurz vor, und die vorbildliche Einhaltung der Redezeit ermöglichte der CVP eine exakte «Punktlandung» bzw. ein Ende der Versammlung um Punkt 21 Uhr. Nominiert wurden die Kandidaten einstimmig in globo. Ebenso einstimmig und diskussionslos wurde die Reihenfolge besiegelt.

Während für die Kandidierenden bald der Wahlkampf beginnt, den die CVP vor allem auf der Strasse führen will, gilt es für den neuen Nationalrat Markus Ritter schon in einem Monat ernst. «Ihr glaubt ja gar nicht», lachte er, «wie viel Papier schon kommt.» So ernst es allerdings in Bern auch wird, – der Spass, das merkt man Ritter an, der ist schon da.

Herzliche Begrüssung unter Anwälten: Anton Grüninger (links, ehemaliger Regierungsrat) und Michael Hüppi, CVP-Ständeratskandidat.

Herzliche Begrüssung unter Anwälten: Anton Grüninger (links, ehemaliger Regierungsrat) und Michael Hüppi, CVP-Ständeratskandidat.