«Dürrenbommert» bewährt sich

Der zwei Millionen Franken teure Holz- und Geschiebesammler im Bernecker Dürrenbommert hatte viele Kritiker. Der Littenbach füllte ihn am Montag innert einer halben Stunde. Das Bauwerk verhinderte grössere Schäden im Dorf.

René Schneider
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Der Geschiebesammler Dürrenbommert ob Berneck hielt etwa 30 Kubikmeter Holz und 1500 bis 2000 Kubikmeter Geschiebe zurück. (Bild: René Schneider)

Der Geschiebesammler Dürrenbommert ob Berneck hielt etwa 30 Kubikmeter Holz und 1500 bis 2000 Kubikmeter Geschiebe zurück. (Bild: René Schneider)

BERNECK. «Der Kiessammler Dürrenbommert bewahrte uns vor einer Katastrophe.» So fasste gestern Bernecks Gemeindepräsident Andreas Zellweger das Hochwasser-Ereignis vom Montagabend zusammen. Das Bauwerk, das am Montagabend nach der ersten Flutwelle im Littenbach voll war, hielt ein- bis zweitausend Kubikmeter Sand, Kies, Gesteinsbrocken und Geröll zurück und eine mehrere Meter hohe Schwemmholz-Wand. Wäre das Holz zu Tal gelangt, hätte es innert Minuten alle Brücken-Durchflüsse verstopft, und der reissende Littenbach hätte sich durch die Siedlung gewälzt.

Millionenschaden bei Mobil

Bei der Firma Mobil am Dorfeingang floss der Littenbach quer durch die Produktions- und Lagerhallen und flutete innert Minuten das Untergeschoss. Geschäftsführer Roland Lang: «Das Wasser floss ganz anders, als wir es gewohnt sind und erwartet hatten.» Tatsächlich hatten die Mitarbeiter Barrieren aufgestellt, aber der Littenbach machte diesmal eine Kurve nach links und floss von hinten in und durch das Kunststoff- und Schulmöbel-Werk. In den Hallen stapeln sich Schulmöbel für einige Millionen Franken, die in den nächsten zwei Wochen ausgeliefert werden müssen. Die ganze Belegschaft war gestern am Schlamm-Schippen und Putzen, Sieber-Transport stellte nicht benötigte Lastwagen als Provisorische Lagerhallen zur Verfügung, und ein grosses Zelt soll zusätzlichen Lagerraum schaffen. «Wir bemühen uns, alle Bestellungen fristgerecht auszuliefern», sagte Roland Lang. Knöcheltief stand das Wasser in der «heiligen Halle», wie Lang die Abteilung mit teuren Maschinen für die Produktion von Kunststoffprofilen nennt. Die Produktion könne vom Zweigwerk in Herisau übernommen werden, aber der materielle Schaden sei immens, falls die Maschinen ersetzt werden müssen. Lang schätzt den Gesamtschaden bei Mobil auf über eine und bis dreieinhalb Millionen Franken. Materiell geringere Schäden, aber eine ähnlich grosse Unordnung hinterliess der Littenbach in etwa einem Dutzend Privathäusern und beim Landwirtschaftsbetrieb Ritz.

Flutwelle

«Wir waren bereit, aber wir wurden trotzdem überrascht», sagte gestern Markus Köppel, Vizekommandant der Feuerwehr. Der Bach habe sich mit einer Flutwelle zu Tal gestürzt. Köppel: «Er schwoll innert Minuten so stark an, wie wir es noch nie erlebt haben.» Doch sei es seinen Männern gelungen, mit den neuen «Beavern» das Auer Wohngebiet Wees von der Überflutung zu bewahren.

Schulmöbel für einige Millionen Franken bei Mobil in Berneck.

Schulmöbel für einige Millionen Franken bei Mobil in Berneck.

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