Dreifachkindergarten geplant

AU-HEERBRUGG. Gestern luden die Politische Gemeinde Au und die Primarschule Au-Heerbrugg erstmals zu einer gemeinsamen Vorversammlung ein. Ein zentraler Kindergarten in Heerbrugg soll mehr Synergien schaffen.

Bea Sutter
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Auf dieser Wiese in Heerbrugg, zwischen Turnhalle Blattacker und Kindergarten Blattacker, soll ein neuer Dreifachkindergarten realisiert werden. Im Budget der Primarschule Au-Heerbrugg sind 200 000 Franken für einen Wettbewerbskredit enthalten. Die Bürgerschaft stimmt am 26. März darüber ab. (Bild: Bea Sutter)

Auf dieser Wiese in Heerbrugg, zwischen Turnhalle Blattacker und Kindergarten Blattacker, soll ein neuer Dreifachkindergarten realisiert werden. Im Budget der Primarschule Au-Heerbrugg sind 200 000 Franken für einen Wettbewerbskredit enthalten. Die Bürgerschaft stimmt am 26. März darüber ab. (Bild: Bea Sutter)

Dass die Politische Gemeinde Au und die Primarschule Au-Heerbrugg nach der Fusion der beiden Primarschulen enger zusammenarbeiten, kommt in vielen Bereichen zum Ausdruck. Dieses Jahr finden die Versammlungen erstmals gemeinsam statt. Walter Portmann, Präsident der Primarschule Au-Heerbrugg, sprach über die Veränderungen. Die Fusion sei gut gestartet. Insgesamt werden 570 Kinder, vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse beschult. 120 Personen, davon 60 Lehrkräfte, sind bei der Schulgemeinde angestellt. Das neue Lagerkonzept sei erfolgreich gestartet. Die Kinder genossen das Winterlager. In Bezug auf das Kopftuchverbot müsse man jetzt einfach abwarten. Das Hochwasser verursachte Schäden von einer Viertel Million Franken. Die Rechnung 2013 schloss mit einem Minderaufwand von 313 407 Franken.

Wettbewerb für Kindergarten

Schulratspräsident Walter Portmann erläuterte das Budget der Primarschulgemeinde Au-Heerbrugg. Darin enthalten sind auch 200 000 Franken für einen Wettbewerbskredit zum Projekt «Neubau Dreifachkindergarten in Heerbrugg». In dieser Vorlage sind Arbeiten von der Vorbereitung und Durchführung eines Wettbewerbs bis zur Vorlage eines Baukredits enthalten.

Walter Portmann begründete den Bedarf eines Dreifachkindergartens. Rund 60 Kinder besuchen in Heerbrugg den Kindergarten, und zwar an drei verschiedenen Standorten. Alle drei Kindergärten (Weed und Reichenbündt aus den 50er-Jahren und Blattacker aus den Sechzigern) entsprechen nicht mehr den Richtlinien. Sie sind zu klein und müssen ersetzt werden. Bei Realisierung des neuen Projektes werden diese alten Kindergärten aufgehoben, Gebäude und Land anderweitig genutzt. Nach eingehender Prüfung schlägt der Schulrat eine zentrale Lösung vor. Mit dem Bau von drei neuen Kindergarteneinheiten können die pädagogisch grossen Herausforderungen optimal gemeistert werden. Man rechnet im Schuljahr 2016/17 mit über 80 Kindergartenkindern.

Am Schulstandort Blattacker hat die Schulgemeinde eigene Landreserven. Unter Einbezug des bestehenden Kindergartenpavillons sollen auf dem Grundstück Nr. 660 drei neue Kindergarten-Einheiten gebaut werden. Bei der Planung sind auch zwei Räume im Pavillonsgebäude mit einzubeziehen. Es wird mit Baukosten von 3.3 Millionen Franken gerechnet. Wird das Budget angenommen, so sieht der Zeitplan wie folgt aus: Vorbereitung des Wettbewerbs im Frühling 2014, Durchführung bis Ende 2014; Vorlage Baukredit Februar 2015. Wird dem Baukredit zugestimmt, so erfolgt die Projektierung mit anschliessendem Baubeginn im Sommer 2015. Bezugsbereit ist der Dreifachkindergarten zu Beginn des Schuljahres 2016/17.

Nach diesen Erläuterungen gab es einige Wortmeldungen für das Projekt. Gegnerische Argumente kamen zur Hauptsache von Leuten, die über der Bahnlinie wohnen und es bedauern, wenn der Kindergarten Weed aufgehoben würde. Obwohl der Schulrat vorsieht, Schulbusse einzusetzen, um die Kinder gefahrlos ins Blattacker-Gebiet zu bringen, hielten Votanten an der Weiterführung des Kindergartens Weed fest. Auf den Vorschlag, eine Grundsatzabstimmung «Kindergarten zentral oder dezentral» durchzuführen, entgegnete Walter Portmann: «An der Informationsveranstaltung vom Dezember wurde davon nichts gesagt.»

Reorganisation Verwaltung

Gemeindepräsident Stefan Suter zeigte anhand der Bevölkerungsstatistik auf, wie die Gemeinde Au wächst. Die Einwohnerzahl hat im Berichtsjahr um 129 auf insgesamt 7181 Personen zugenommen. Dieses stetige Wachstum stelle den Gemeinderat und die Verwaltung vor grosse Herausforderungen, muss doch die Infrastruktur laufend erweitert werden. Die Reorganisation der Verwaltung hat zum Ziel, Abläufe und Zusammenarbeit zu optimieren. Auch die Dienstleistungen am Bürger sollen verbessert werden. Mehrkosten soll es nur bei ausgewiesenem Bedarf geben. Erfreuliches konnte Suter über die Rechnungsabschlüsse und Steuererträge berichten. Der Steuerfuss kann bei 95 Prozent belassen werden.

Versprechen eingelöst

Am Schluss sprach Stefan Suter über seinen Rücktritt als Gemeindepräsident. Er dankte allen Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen. Dass er nun sein Amt in andere Hände legen wird, sei auch ein Ausdruck von Fairness und Vertrauen. Er habe sein Versprechen, mehr Bürgernähe ins Amt zu bringen eingelöst. Stefan Suter bleibt der Gemeinde Au in einer anderen Funktion treu, nämlich als Leiter des Finanzamtes.