Drei Jahre Haft für jungen Boxer

Ein 21-jähriger Serbe ist zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Der Boxer hatte bei einem Streit einen unbeteiligten Studenten schwer verletzt.

Claudia Schmid
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ST. GALLEN. Die Gerichtsverhandlung gegen den jungen Mann fand vor knapp drei Wochen statt. Anklage und Verteidigung hatten Anträge formuliert, die weit auseinander lagen. Die Staatsanwaltschaft forderte wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, qualifizierter einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten, Angriff und Anstiftung zu falschem Zeugnis eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren.

Die Verteidigung beantragte hingegen mehrere Teilfreisprüche und eine bedingte Freiheitsstrafe zwischen sechs und zwölf Monaten.

«Bedingt» widerrufen

Gestern nun verkündete das Kreisgericht St. Gallen das Urteil. Es verurteilte den Beschuldigten wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Eine bedingte Vorstrafe von sechs Monaten wird vollziehbar erklärt. Ausserdem ordnete das Gericht auf Anraten eines psychiatrischen Gutachtens eine therapeutische Massnahme an. Dem Opfer muss der Verurteilte eine Genugtuung von 15 000 Franken zahlen. Der grösste Teil der Schadenersatzforderung über 60 000 Franken wurde auf den Zivilweg verwiesen. Der vorsitzende Richter bezeichnete das Verschulden als schwer. Er habe aus nichtigem Grund zugeschlagen und sein Opfer noch mit Fusstritten traktiert, als dieses am Boden lag. Aufgehört habe er nur, weil er weggezogen wurde. Die Tat sei durch nichts zu rechtfertigen. Das Opfer, ein Student, habe einen langen Leidensweg hinter sich. Nur mit viel Glück sei er wieder genesen. Hingegen könne das Gericht positiv berücksichtigen, dass der Beschuldigte einen Weg zu einem straffreien Leben eingeschlagen habe.

Mit Fusstritten traktiert

Laut Anklageschrift gerieten im Februar vor zwei Jahren in einer Bar in der Brühlgasse in St. Gallen mehrere Personen in Streit. Sicherheitsmänner trennten sie und wiesen sie aus dem Lokal. Im Freien ging der Streit weiter. Am Schluss blieb ein erheblich Verletzter zurück, der mit dem Streit nichts zu tun hatte, sondern nur schlichten wollte. Das Opfer trug ein leichtgradiges Schädel-Hirn-Trauma und mehrere Knochenbrüche davon. Zudem verlor er mehrere Zähne. Als Folge der Verletzungen verlor er ein Studienjahr (Ausgabe vom 28. Februar).

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