Dorfpolizist schafft Sicherheit

Gestern hatte Urs Künzler seinen ersten Arbeitstag. Im Park von St. Margrethen wurde der neue Gemeindepolizist an dem Ort vorgestellt, an dem er häufig anzutreffen sein wird – dort, wo ein vielfältiges Dorfleben stattfindet und wächst.

Monika von der Linden
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Urs Künzler Gemeindepolizist St. Margrethen

Urs Künzler Gemeindepolizist St. Margrethen

St. Margrethen. Es ist in der Region Rheintal keine Neuheit, dass Gemeindepolizisten im Auftrag der jeweiligen politischen Gemeinde eingesetzt werden und Präsenz zeigen. Dies geschieht nun auch in St. Margrethen. Urs Künzler trat gestern seinen Dienst als Gemeindepolizist an. Er ist dem Gemeinderat unterstellt.

Erkennen, wo der Schuh drückt

Gemeindepräsident Reto Friedauer stellte Urs Künzler gestern unserer Zeitung vor und zeigte sich erfreut über die schnelle Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses. Im Mai 2010 hatte dieser den Beschluss gefasst, einen Gemeindepolizisten zu leasen.

Von nun werde der 27-Jährige in der Gemeinde sichtbar präsent sein, vielfältige Kontakte aufbauen und sich vernetzen. Er werde rasch erkennen, wo der Schuh drückt, so Friedauer.

Ein hohes Sicherheitsgefühl sei je länger je mehr ein wichtiger Standortfaktor. Um dieses Gefühl vermitteln zu können, werde Künzler einen Draht zu Gewerbetreibenden, dem Gastgewerbe und zu Jugendlichen pflegen. Ausserdem werde er bei Veranstaltungen auf dem Gemeindegebiet oder auf dem Schulweg angetroffen und dort regelmässig auf Patrouille sein, wo sich die Bevölkerung aufhält und trifft.

Kontrolle der Gemeinderegeln

Der ausgebildete Polizist erledigt zudem Kontrollfunktionen, ob die in der Gemeinde aufgestellten Regeln eingehalten werden, wie zum Beispiel das Litteringverbot oder die Einhaltung des Jugendschutzes, umschrieb Friedauer den Einsatzbereich.

Neugierig auf die Rheintaler

Bevor der in Walenstadt aufgewachsene Urs Künzler im Oktober 2009 in die Polizeischule eintrat, absolvierte er eine Ausbildung zum Kunststofftechnologen. Er bezeichnet sich selbst als einen umgänglichen und kommunikativen Menschen. Zurzeit lebt er in St. Gallen, hat aber geplant, innert drei Monaten in die Gemeinde zu ziehen. Ihm ist es auch ein persönliches Anliegen, Kontakt zur Bevölkerung zu knüpfen. Dies stellt er sich zum Beispiel über die Mitgliedschaft in einem Sportverein vor. Denkbar wäre Selbstverteidigung. Aber auch Velofahren und Joggen zählt er zu seinen Hobbies. Die neue Umgebung – von See und Bergen zum offenen Feld – wird sicher eine Umstellung bedeuten. Er ist aber sicher, dies wird ihm nicht schwerfallen. Neugierig ist er auch, ob die Rheintaler Mentalität wirklich so ist, wie er bislang gehört hat. Man höre oft, die Rheintaler seien eigen und hätten eine direkte Art.

Dem Polizeiposten angegliedert

Der Begriff des Leasens bringt zum Ausdruck, die Gemeinde kauft Dienstleistungen bei der Kantonspolizei ein. Demzufolge trägt sie 80 Prozent der Kosten. Die Angliederung an die Kapo ermöglicht eine Stationierung Künzlers im Polizeiposten St. Margrethen. Auch wird er organisatorisch Postenchef Markus Hidber unterstellt, der wöchentliche Dienstpläne erstellt.

Eine Abstimmung zwischen Gemeinderatsschreiber Felix Tobler und Markus Hidber stellt sicher, dass die Ziele und Bedürfnisse der Gemeinde verfolgt werden. Wird der Gemeindepolizist bei der Kantonspolizei eingesetzt, erfolgt entsprechend eine Zeitvergütung. Künzler verfügt über die Kompetenz, Staatsgewalt auszuüben und wird der erste Fahnder vor Ort sein. Die Kantonspolizei wird er in den Situationen hinzuziehen, wie er erklärte, wenn es sich um strafrechtliche Belange handelt.

Urs Künzler wird als Gemeindepolizist von Gemeindepräsident Reto Friedauer (r.) und Gemeinderatsschreiber Felix Tobler (l.) an seinem Einsatzort in St. Margrethen begrüsst und vorgestellt. (Bilder: Monika von der Linden)

Urs Künzler wird als Gemeindepolizist von Gemeindepräsident Reto Friedauer (r.) und Gemeinderatsschreiber Felix Tobler (l.) an seinem Einsatzort in St. Margrethen begrüsst und vorgestellt. (Bilder: Monika von der Linden)

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