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Don Quichotte unserer Zeit

Stichwort
Max Tinner

Windräder sollen dort gebaut werden, wo der Wind bläst. Sagt die Kantonsregierung den SVP-Kantonsräten, die gefordert hatten, Windparks sollen in jenen Gegenden gebaut werden, wo die Bevölkerung mehrheitlich der neuen Energiestrategie des Bundes zugestimmt hat. Also etwa in der Stadt St. Gallen statt in Oberriet. Nur windet es hier halt mehr.

Die SVP weiss das natürlich. Die Partei ist eben Meisterin im Provozieren. Ihre Frage nach der Anzahl Windparks, die im Kanton gebaut werden sollen, um die Vorgaben des Bundes zu erfüllen, ist aber durchaus berechtigt. Sollten es nämlich bis zu 20 sein, wie die Regierung der SVP nun vorrechnet, mit jeweils drei bis vier Windrädern pro Windpark, wären das bis 80 Windräder, von denen, sagen wir mal, ins Blaue geschätzt, 30 zwischen Bad Ragaz und Altenrhein zu stehen kommen könnten. Die Vorgabe des Bundes erachtet zwar sogar der Kantonsplaner als «utopisch». Aber wenn auch nur zwei oder drei Windparks dem Rhein entlang gebaut werden, wird dies das Landschaftsbild drastisch verändern. Immer­- hin kann so ein Windrad (bis zum Scheitelpunkt gemessen) 200 Meter hoch sein.

Nun haben wir uns allerdings schon an so manches gewöhnt: an Starkstromleitungen, an Häuser mit Flachdächern, an Solaranlagen auf den Dächern, an Dieter Bohlen im Samstagabendprogramm . . . Womöglich gewöhnen wir uns innert einer Generation auch an stromerzeugende Windräder in der Landschaft.

Und für die SVP könnten die Windräder sogar eine grosse Chance sein. Anstatt wie Don Quichotte gegen Windmühlen anzureiten, könnte sie die Landesverschönerung aktiv an die Hand nehmen und einen Wettbewerb für die schönste Bemalung von Windrädern ausschreiben – das SVP-Sünneli als Gestaltungsmotiv bietet sich ja geradezu an. Zum Mitmachen animieren könnte sie mit einem attraktiven Hauptgewinn, beispielsweise mit einer lebenslangen Freimitgliedschaft in ihrer Partei. Oder mit dem nächsten SVP-Bundesratssitz.

Max Tinner

max.tinner@rheintalmedien.ch

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