«Disziplin gleich Aufstieg»

Mit Verletzungssorgen, aber optimistisch startet Tabellenführer St. Margrethen in die Rückrunde. Präsident Schnetzer und Trainer Vrenezi sagen: «Wir sind das Team mit der grössten Substanz».

Yves Solenthaler
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Neues Personal: Trainer Nino Vrenezi (links) und Präsident Natal Schnetzer (rechts) mit (v.l.) Giuseppe Castrovinci (Co-Trainer), Edin Bastah (von Rebstein) und Sören Keller (von Au-Berneck). (Bild: pd)

Neues Personal: Trainer Nino Vrenezi (links) und Präsident Natal Schnetzer (rechts) mit (v.l.) Giuseppe Castrovinci (Co-Trainer), Edin Bastah (von Rebstein) und Sören Keller (von Au-Berneck). (Bild: pd)

FC St. Margrethen. Marc Batliner galt als eines der hoffnungsvollsten Talente im Rheintal. Deshalb hatte sein im Herbst angekündigter Wechsel von Au-Berneck zu St. Margrethen viel Staub aufgewirbelt. Der 23-Jährige wird indes in der Rückrunde wohl nicht spielen – er hatte sich in einem Testspiel verletzt, und wird im Matchtelegramm wieder in der entsprechenden Rubrik aufgeführt. Wie fast immer in den letzten zwei Jahren.

Hauptkonkurrent geschwächt

«Weil Batliners Verletzung mit dem Schluss der Transferfrist zusammenfiel, konnten wir nicht mehr reagieren», sagt Präsident Natal Schnetzer. Er ist aber überzeugt, dass St. Margrethen – weitere Ausfälle ausgeschlossen – die substanziell stärkste Mannschaft der 3. Liga, Gruppe 2, ist. Denn der Leader hat sich weiter verstärkt; mit Edin Bastah hat man dem Konkurrenten Rebstein einen Schlüsselspieler weggeschnappt, und mit dem talentierten Goalie Sören Keller wechselte ein weiterer Au-Bernecker auf die Rheinau. Er soll dem gestandenen, aber in der Vorrunde nicht immer sicheren Slavko Klaric im Kampf um die Nummer 1 Druck machen. «Man wird am Samstag sehen, wer im Tor steht», sagt Trainer Nino Vrenezi geheimnisvoll zum Duell der Torhüter. Ebenfalls neu in St. Margrethen ist Co-Trainer Giuseppe Castrovinci. Er hatte diese Rolle schon bei Altstätten und Rüthi inne. Drei Spieler haben den Verein verlassen: Flamur Bojaxhi stürmt neu für Widnau II, Verteidiger Mathias Kleinheinz wechselte zum Dornbirner Quartierverein SC Hatlerdorf und Aufbauer Adrian Hohl trat zurück.

Mehr Effizienz, weniger Kunst

Mit der Vorrunde – 7 Siege, 3 Remis, 0 Niederlagen – ist der Leader zufrieden. Ein Klecks im Reinheft ist die Tatsache, dass die drei Spiele gegen die stärksten Verfolger nicht gewonnen wurden. Ein Muster, das in allen diesen Spielen auffiel: Mit der Führung im Rücken griff die Mannschaft nicht mehr konsequent an, «oft haben wir die Effizienz vermissen lassen», sagt Schnetzer: «Die Künstler in der Offensive neigen zum <Chügele>.» Vrenezi betont indes, dass das Unentschieden in Rebstein die gute Moral der Mannschaft gezeigt habe: «Dort lagen wir in der 85. Minute 1:2 zurück und hätten noch fast gewonnen.» Diese Qualität sei seinem Team vor der Saison nicht zugetraut worden. «Wenn wir so weitermachen und die Disziplin hoch bleibt, werden wir den Aufstieg schaffen», sagt Vrenezi: «Hohe Disziplin gleich Aufstieg.»

Die Vorbereitung verlief gut, das Trainingslager in Spanien hat das Team gemäss Vrenezi noch mehr zusammengeschweisst. Die Arbeitsauffassung sei ebenfalls gut gewesen: «Im Training haben alle mitgezogen, obschon ich den Spielern darum herum viele Freiheiten liess.» Leichte Sorgen bereitet nur die Verletzungsliste: Nebst dem Ausfall von Batliner sind Bakaric, Züblin, Shoshi und Turienzo angeschlagen oder kommen aus einer Verletzung zurück.

Morgen startet St. Margrethen gegen Besa in die Rückrunde. Eine Woche später folgt mit dem Auswärtsspiel in Rheineck ein echter Bewährungstest. Danach geht es im Cup gegen Mels, Montlingens erster Herausforderer im Aufstiegsrennen der 2. Liga. Der Einzug in die Cup-Hauptrunde 2011/12 ist ein weiteres Ziel des Präsidenten. Dazu braucht St. Margrethen noch zwei Siege.

Samstag, 17 Uhr, Rheinau

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