«Dieselsepp» konnte nicht abstimmen

Der ausgewanderte Altstätter Josef Wespe ärgert sich, weil er nicht abstimmen konnte.

Gert Bruderer
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Josef Wespe hat es gerne gemütlich.

Josef Wespe hat es gerne gemütlich.

Bild: pd

Der ganze Unmut auch vieler weiterer Auslandschweizer erreichte den einstigen, als «Dieselsepp» bekannt gewordenen Unternehmer (NFA Nutzfahrzeuge), der heute die Sektion Costa Rica der SVP International präsidiert. Zu dieser Sektion gehören auch Nicaragua und Panama.

Das Problem: Tausende Schweizerinnen und Schweizer im Ausland konnten an den bedeutsamen Volksabstimmungen Ende September nicht teilnehmen. Denn von den weltweit 190'000 ins Stimmregister eingetragenen Auslandschweizern sollen bis zu 30'000 die Abstimmungsunterlagen nicht oder zu spät erhalten haben. Betroffene und andere Kritiker beklagen deshalb eine «Verfälschung des Wählerwillens».

Keine Hilfe von der Botschaft

Der seit 15 Jahren in Mittelamerika lebende Josef Wespe, der gute Kontakte zur Konsulin in Costa Rica unterhält, hatte am Dienstag vor dem Abstimmungssonntag noch eine eilends einberufene Sitzung zum Thema. Ausser der Konsulin nahm auch der Botschafter teil. Doch Hilfe war nicht möglich, eine Abgabe der ausgefüllten Stimmzettel in der Botschaft sei leider nicht in Frage gekommen. Josef Wespe konnte somit den Hilfesuchenden, die sich an ihn wandten, keinen positiven Bescheid geben. Auch wenn das Coronavirus das Problem verschärfte, indem in abgelegene Gebiete teils wochenlang keine Post zugestellt wurde, hat Wespe wenig Verständnis.

Auch behördliche und parlamentarische Abläufe, die eine deutlich frühere Zustellung des Abstimmungsmaterials verunmöglichten, lässt der ehemalige Unternehmer nicht gelten.

Dem Ärger schon früher Luft gemacht

Als das Mindeste erwartet er die Zustellung der Abstimmungsunterlagen an Auslandschweizer per E-Mail. Auch die Möglichkeit des E-Votings für Auslandschweizer hielte er für wichtig. Schon an der Hauptversammlung der SVP Costa Rica vor zwei Jahren in Kriessern hatte Josef Wespe seinem Ärger auch über andere Nachteile von Auslandschweizern Luft gemacht. «Mer Uslandschwizer sind ploget, ploget und nomol ploget», klagte er. Schon damals meinte «Dieselsepp», für die Beförderung von Briefen zwischen der Schweiz und einem Land wie Costa Rica verstreiche einfach zu viel Zeit, als dass die Teilnahme an Volksabstimmungen und Wahlen gewährleistet sei.

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