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DIEPOLDSAU/WIDNAU: Erde aufs Feld statt auf die Deponie

Bei den Schrebergärten am Rheintaler Binnenkanal ist zurzeit ein grosser Sandplatz zu sehen. Die Ortsgemeinde Widnau hat dort Kulturland verbessert, die Baubewilligung aber hat Diepoldsau bearbeitet.
Kurt Latzer
Die Ortsgemeinde Widnau plant bei den Schrebergärten weder ein Beachvolleyball-Turnier noch baut sie einen überdimensionalen Sändelikasten. (Bild: Kurt Latzer)

Die Ortsgemeinde Widnau plant bei den Schrebergärten weder ein Beachvolleyball-Turnier noch baut sie einen überdimensionalen Sändelikasten. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Die Zuständigkeiten und die Besitzverhältnisse der Landwirtschaftsflächen am Binnenkanal sind verzwickt. Gefühlt gehören die Böden, die an die Schrebergärten oberhalb der Sternenbrücke angrenzen, zur Politischen Gemeinde Widnau. Schliesslich ist der Widnauer Ortskern ja nur wenige hundert Meter davon entfernt.

Tatsächlich aber befindet man sich bei den Gärten auf dem Gebiet der Politischen Gemeinde Diepoldsau. Besitzer der Flecken ist allerdings die Ortsgemeinde Widnau. Und der Hof des Pächters Peter Nüesch steht politisch betrachtet in Diepoldsau, postalisch hingegen in Widnau. Der grosse Sandplatz südlich der Schrebergartensiedlung fällt auf. Er ist grösser als zwei Fussballfelder und reicht bis unmittelbar an den Weg am Binnenkanal.

6000 Kubikmeter ­Material verarbeitet

Karl Köppel, Präsident der Ortsgemeinde Widnau: «Auf unseren Böden südlich und nördlich der Schrebergärten haben wir 6000 Kubikmeter Material ausgebracht.» Die Massnahmen dienten dem Erhalt von Landwirtschaftsflächen, die wie anderenorts im Rheintal in den letzten Jahrzehnten immer mehr in Richtung Grundwasserspiegel abgesackt sind. Das Material stammt von einem Aushub in Heerbrugg und aus Rorschach.

Aushub und Zielort ­müssen geprüft sein

«Die Herkunft des Erdreichs und die Beschaffenheit des Bodens am Zielort müssen überprüft, die Arbeiten begleitet werden», sagt Köppel. Der Ortsgemeindepräsident nennt das Ganze eine «Win-win-win-Situation». Das für Bodenverbesserungen geeignete Material müsse nicht auf eine Deponie oder gar ins Ausland transportiert werden, der Eigentümer muss fast nichts bezahlen und der Pächter kann wieder beruhigt anpflanzen. Die Fläche südlich der Schrebergärten ist frisch aufgefüllt, jene nördlich der Gartensiedlung kürzlich gespatet worden. «Unter Einspaten verstehen wir das Durchmischen des bestehenden, organischen Bodens mit dem angelieferten, weniger organischen Material», sagt Peter Nüesch.

Boden in den letzten Jahren nur bedingt nutzbar

Der Landwirt bezeichnet das teils stark sandhaltige Erdreich als hervorragend. Bis er die beiden Flächen wieder für den Anbau von Mais oder anderen Pflanzen nutzen kann, vergehen zwei bis drei Jahre. «Bis wir auf den instandgestellten Flächen wieder die normale Fruchtfolge einsetzen können, bleibt alles Wiesland», sagt Peter Nüesch. In den vergangenen Jahren hat der Landwirt mit den Böden südlich und nördlich der Schrebergärten nicht viel anfangen können. Einmal habe ein Binnenkanal-Hochwasser die Böden unter Wasser gesetzt, in den letzten zwei Jahren habe es zu heftig und zu lange geregnet.

Win-win-Situation ­geschaffen

Im Gegensatz zu den Grenzen und Zuständigkeiten hat die Bezeichnung der Projekte geändert. Der Präsident der Ortsgemeinde präzisiert und sagt:

«Früher war von Bodenverbesserung die Rede, heute spricht man vom Bodenerhaltungsprojekte.»

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