Diepoldsau
Weil niemand die Führung übernehmen wollte: Aus für Verein Galerie art dOséra

Ein Jahr lang hat niemand Interesse zur Weiterführung des Vereins bekundet. Bei der Hauptversammlung beschloss der Vorstand, den Verein per Ende Jahr aufzulösen.

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Der Vorstand der Galerie art dOséra tritt Ende Jahr zurück. Vorne, v.l.: Susi Miara, Eva Wrann und Rita Zäch. Hinten, v.l.: Thomas Jutz, Peter Federer, Fredi Wenk, Kurt Spirig (Kuspi) und Jürg Jenny.

Der Vorstand der Galerie art dOséra tritt Ende Jahr zurück. Vorne, v.l.: Susi Miara, Eva Wrann und Rita Zäch. Hinten, v.l.: Thomas Jutz, Peter Federer, Fredi Wenk, Kurt Spirig (Kuspi) und Jürg Jenny.

Bild: pd

(pd/red) Bereits vor einem Jahr teilte der Vorstand des Vereins Galerie art dOséra den Mitgliedern mit, dass alle Vorstandsmitglieder per Ende 2021 ihren Rücktritt eingereicht haben und für die Weiterführung des Vereins Nachfolger gesucht werden.

Nachdem ein Jahr vergangen war und niemand Interesse zur Weiterführung des Vereins bekundet hat, entschloss sich der Vorstand, den Verein per Ende 2021 aufzulösen. Darüber wurden die Mitglieder in der Einladung zur Hauptversammlung informiert. Daran nahmen von 87 Mitgliedern (38 Aktive, 30 Passive, ein Ehrenmitglied, 18 Gönner und Sponsoren) gerade einmal 21 teil.

Lange Pause wegen Corona

In seinem Jahresbericht erinnerte der Präsident an die wenigen Anlässe, die trotz Pandemie dieses und letztes Jahr durchgeführt werden konnten. Im Januar 2020 gab Urs Strässle einen Einblick in sein Schaffen. Im März fand der Hallenflohmarkt statt. Am 21. August konnte die verschobene Fotoausstellung von Joshua Loher und Paulo Pelusi durchgeführt werden und am 25. August fand auch die verschobene Hauptversammlung statt. Im September folgte die Ausstellung mit 19 Rheintaler Kunstschaffenden und im November die letzte Ausstellung mit Thomas Torgler, bekannt als «Mann mit dem Leopardenmantel».

Nach langer Abstinenz konnte dieses Jahr schliesslich wieder Kunst genossen werden. Der erste Anlass in der Galerie war die Gedenkausstellung an die drei Rheintaler Künstler Florian Metzler, Paul Müller (Rellüm) und Hansruedi Emele.

Attraktive Ausstellungen bis Ende Jahr

Trotz langer Pause gelang es dem Verein, einen kleinen Gewinn von 4000 Franken zu erwirtschaften. Dies war nur dank der Mitgliederbeiträge und eines Beitrags der Rheintaler Kulturstiftung möglich. Die Ausstellungen konnten kostendeckend durchgeführt werden. Der grösste Posten bei den Ausgaben war einmal mehr die Miete. Auch während der Pandemie habe der Verein die vollen Mietkosten bezahlen müssen, erklärte Kassierin Rita Zäch. Der Verein hat dieses Jahr aber erneut einen Beitrag der Rheintaler Kulturstiftung erhalten. Davon kann nun die Miete für das erste Halbjahr bezahlt werden.

Bis Ende Jahr möchte der Verein noch einige attraktive Ausstellungen dem kunstinteressierten Publikum präsentieren. Am 13. August wird die Saison mit der Ausstellung von Erna Lang eröffnet. Am 17. September stellen Thomas Jutz, Peter Federer und Armin Burghagen unter dem Motto «FIGURativ» aus. Am 9. Oktober findet der Kunstflohmarkt mit einer Kunstversteigerung statt, am 23. und 24. Oktober können Werke aus dem Nachlass von Paul Müller (Rellüm) erworben werden und zum Schluss, ab 5. November, haben nochmals die Künstler und Mitglieder der Galerie art dOséra die Möglichkeit, ihre Werke dem Rheintaler Publikum zu zeigen.

Bevor Peter Federer über die Auflösung des Vereins abstimmen liess, informierte er ausführlich über die aktuelle Lage. Bereits an der HV 2020 seien verschieden Vorschläge zur Erhaltung des Vereins eingebracht worden. Bis 30. Juni hätten Ideen dem Vorstand unterbreitet werden sollen. Leider seien bis zur Hauptversammlung keine Vorschläge eingegangen. Der Vorstand empfahl deshalb die Auflösung des Vereins.

Nur drei Stimmen gegen Auflösung

Christopher Schulz kritisierte das Vorhaben heftig. Er schlug vor, die Suche nach Nachfolgern in professionelle Hände zu legen oder Nachfolger per Inserat zu suchen. Dafür sei es nun zu spät, erklärte der Präsident. Ein Jahr lang hätten Interessenten dazu Gelegenheit gehabt. Da die Kündigungsfrist für die Halle ein halbes Jahr beträgt, müsse diese Ende Juni gekündigt werden.

Über den Antrag zur Auflösung des Vereins konnte Schulz schliesslich nicht einmal abstimmen, da er kein Mitglied des Vereins ist. Mit drei Gegenstimmen wurde der Auflösung des Vereins zugestimmt, genauso wie der Verwendung des Ende Jahr verbleibenden Kapitals. Dieses wird zweckgebunden dem Kulturverein Widnau für die Durchführung des nächsten Künstlersymposiums übergeben.