Diepoldsau siegt nach Penalties

Im Cup-Achtelfinal setzt sich der Drittligist Diepoldsau gegen das oberklassige Widnau mit 8:7 im Penaltyschiessen durch.

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Im Derby, das erstmals seit fast fünf Jahren wieder auf dem Programm stand, war kein Klassenunterschied zwischen den Teams zu erkennen, allenfalls zwischen den Mannschaftsteilen: Beide Defensiven standen vor der Pause bombensicher, den Offensiven fiel wenig bis nichts ein.

Der Ball lief zwar flott hin und her, aber jeweils nur bis 10 Meter vor dem Strafraum. Es war lange ein seltsames, weil nahezu körperloses Spiel zwischen den Nachbarn am Rhein.

Die erste und einzige zwingende Chance vor der Pause hatten die Widnauer: Daniele Lamorte wurde gewahr, dass der Schiedsrichter den Ball beim Freistoss nicht gesperrt hatte und führte ihn sofort aus. Er lancierte den von rechts allein aufs Tor stürmenden Dario Faleschini, der die Kugel allerdings links am Tor vorbei setzte.

Nur eine wirkliche Torszene vor der Pause

Das hätte ein Tor sein müssen, sonst lässt sich das von keiner Szene vor der Pause behaupten. Immerhin konnten in den Schlussminuten der ersten Halbzeit noch beide Teams je einen Freistoss aus verheissungsvoller Position treten, aber sowohl der Widnauer Jasmin Abdoski als auch der Diepoldsauer Dursun Karatay zielten deutlich am Gehäuse vorbei.

In der zweiten Halbzeit war eher zu erkennen, dass Widnau die oberklassige Mannschaft ist. Nach zehn Minuten kamen allerdings die Diepoldsauer zu ihrer ersten Möglichkeit, ein Prachtschuss von Dario Blum aus 25 Metern zischte knapp übers Tor. Kurz darauf klärte Diepoldsaus Keeper Florin Wetter gekonnt gegen Abdoski.

Ab der 80. Minute suchten beide die Entscheidung

Ein Cup-Fight wurde es erst nach 80 Minuten. Eine Verlängerung wollte keines der beiden Teams, ihre Chancen diese zu umgehen, vergaben sie aber teilweise kläglich. Etwa Karatay, der das Spielgerät nach einem Stockfehler von Diego Liechti mehrere Meter neben das Ziel beförderte (83.) oder im Gegenzug Dominik Nüesch, der aus kurzer Distanz einen Gewaltschuss in den Nachthimmel setzte. Als dann auch noch Abdoski nach einem Solo im Abschluss die Kraft verliess, war klar: Die Spieler müssen Überzeit machen. Und die Zuschauer länger in der Kälte ausharren.

Dafür bekamen sie endlich Tore zu sehen: In der 106. Minute behielt Liechti beim Chaos nach einem Eckball als einziger den Überblick – 0:1. Zwei Minuten später erzielte sein Abwehrkollege Valentin Aggeler mit dem Hinterkopf ein Klaus-Augenthaler-Gedenk-Eigentor – 1:1. Danach gab es auf beiden Seiten Chancen, die Entscheidung wurde aber aufs Penaltyschiessen vertagt. Dort benötigte es 18 Schützen, bis eine Entscheidung feststand. Schliesslich war es Diepoldsaus Fabian Besserer, der den entscheidenden Penalty verwertete. (gh, ys)