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DIEPOLDSAU: Rheintaler Spargel trotz tiefen Temperaturen kaum verspätet

Den Rheintaler Spargelbauern ist zwar das Ostergeschäft flöten gegangen, nicht aber die Ernte. Gut eine Woche verspätet kommen in den nächsten Tagen die ersten hiesigen weissen Spargeln auf den Markt.
Kurt Latzer
Fabian Kummer hat gut lachen: Auf seinen Feldern kann der Landwirt die ersten weissen Spargeln stechen. Der Föhn der letzten Tage hat die weisse Königin des Gemüses in die Höhe schiessen lassen. (Bilder: Kurt Latzer)

Fabian Kummer hat gut lachen: Auf seinen Feldern kann der Landwirt die ersten weissen Spargeln stechen. Der Föhn der letzten Tage hat die weisse Königin des Gemüses in die Höhe schiessen lassen. (Bilder: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Im Gegensatz zu anderen Schweizer Landwirten, verzweifeln die Rheintaler Spargelbauern nicht. In einem kürzlich im «Blick» erschienenen Artikel hiess es, die einheimische Spargelernte habe vier Wochen Verspätung und der Schweizer Markt werde von ausländischer Ware überschwemmt.

Keine Angst vor Übersee-Spargel

Fabian Kummer, Bauer auf dem Schmitterhof, hat am 26. März die ersten weissen Spargeln gestochen. Zu wenige für das Ostergeschäft. Und das trotz der mit Abwärme der Firma Greiner Packaging beheizten Felder. «Die tiefen Temperaturen im März haben das Wachstum des Spargels verzögert», sagt der Diepoldsauer Spargelbauer. Er geht davon aus, mit der Vollernte in spätestens zwei Wochen zu beginnen. Die ersten weissen Spargeln gibt es schon jetzt, wenn auch vorerst in kleineren Mengen.

Keine Angst hat Fabian Kummer davor, den Spargel wegen des leicht verzögerten Ernte­beginns nicht mehr an den Händler zu bringen. «Weil in Griechenland und anderen südlichen Ländern die Spargelernte bereits vorüber ist und es in Deutschland und Frankreich auch zu kalt war, glaube ich nicht, dass wir auf unserem Spargel sitzen bleiben», sagt der Schmitterhof-Bauer.

Auch Stefan Britschgi baut in grossem Stil Spargel an. Ist der weisse Spargel wirklich vier Wochen später dran? «Ich gehe davon aus, dass die Verspätung dank des Föhns nicht allzu gross ist. Wir ernten etwa eine Woche später als im langjährigen Schnitt», sagt Britschgi. Er rechne mit einem Erntebeginn in diesen Tagen. Der Diepoldsauer Landwirt und Kantonsrat geht davon aus, mit der Haupternte um den 20. April zu beginnen.

Gastronomie setzt auf Qualität und wartet

Und wann gibt es den hiesigen Spargel im Geschäft? «Voraussichtlich ab dem 10. April wird der weisse Spargel im Hofladen zu haben sein», sagt Stefan Britschgi. Mit ersten relevanten Mengen rechnet er gegen 20. April. Dann sei die Königin des Gemüses in den Läden der Ostschweiz zu haben.

Die einheimische Gastronomie ist geduldig. Denn sie schätzt die Spargeln aus der Region. «Auch wegen der Qualität», sagt Peter Kast, Gastronom und Gildekoch aus Berneck. In seinem Gasthaus Ochsen beginne die Spargelsaison erst, wenn man das Gemüse stechen kann. «Ich gehe davon aus, dass bei uns etwa ab Mitte April die weissen Spargeln regelmässig auf den Tisch kommen», sagt Peter Kast. Auch Fredi Koller, Gildenkoch im Restaurant Grüntal in Altstätten, wartet auf den Rheintaler Spargel. «Wir haben das grosse Glück, dass wir von den Lieferanten etwas bevorzugt werden und den Spargel bekommen, bevor es ihn in den Läden zu kaufen gibt», sagt Koller.

Spargel wächst nicht nur auf der Rheininsel

Bei der Qualität gehe er keine Kompromisse ein, auch wenn die Preise von Übersee-Spargeln verlockend seien. «Der kostet weniger als die Hälfte des Einheimischen», sagt der Altstätter Gastronom. Und was bedeutet die Verspätung für die Vermarktung des Rheintaler Spargels? Stefan Britschgi: «Die Verzögerung ist meiner Meinung nach nicht dramatisch. Letztes Jahr waren wir halt ungewohnt früh dran. Schade war es um die guten Verkaufstage an Ostern.»

Britschgi und Kummer waren die ersten, die in Diepoldsau Spargel pflanzten. Mittlerweile wird die Königin der Gemüse auf der Rheininsel auf zirka 20 Hektaren angebaut, ausserhalb von Diepoldsau etwa auf 10 Hektaren. «Bei uns ist ein Ausbau der Spargelfelder nicht geplant. Jedoch werden jedes Jahr gegen drei Hektaren grosse Spargelfelder ersetzt.» Mit den ersten grünen Spargeln von der Rheininsel darf man auch demnächst rechnen. «Wenn das Wetter mitspielt, haben wir spätestens in zwei Wochen grünen Spargel», sagt Monika Sieber vom Nollenhof in Diepoldsau.

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