DIEPOLDSAU: Nochmals Kind sein

Am Samstag lud die Schulgemeinde Diepoldsau zum Tag der offenen Tür im neuen Kindergarten Mitteldorf. Die Besucher waren sich einig: Hier möchte jeder gerne nochmals Kind sein.

Remo Zollinger
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Staunen über den neuen Kindergarten: Seine Innenverkleidung aus hellem Holz gefiel den Besuchern besonders gut. (Bilder: Remo Zollinger)

Staunen über den neuen Kindergarten: Seine Innenverkleidung aus hellem Holz gefiel den Besuchern besonders gut. (Bilder: Remo Zollinger)

Kraftvoll, ja beinahe schon wuchtig kommt er daher, der neue Kindergarten Mitteldorf. Von aussen sieht er mit seiner weissen Blechfassade gar nicht so besonders einladend aus – ein Eindruck, der sich im Haus drin schnell ins Gegenteil verändert.

«Es riecht nach <Neu>», sagen einige Besucher beim Tag der offenen Tür, während ihnen der Duft von frisch verbautem Holz in die Nase steigt. Die Innenverkleidung des Kindergartens mit hellem Holz entzückt die Besucher. Besonders kleine Details, wie etwa die nahtlos in die Holzlatten eingefügten Röhrenlampen oder die vielen versteckten Spielräumchen gefallen den Besuchern besonders.

Eine neue Mitte zwischen den bestehenden Teilen

Der Kindergarten Mitteldorf bestand bisher aus zwei Einheiten: Zwei niedrige, hellblaue Häuschen, die mit einem kleinen Gebäude verbunden waren. Dieser Übergang wurde abgebrochen und an seiner Stelle ein neuer Gang gebaut; ein Lehrerzimmer, ein Therapiezimmer sowie ein Bewegungsraum für die Kinder befinden sich dort. Über dem Raum, eine Steintreppe führt hoch in den zweiten Stock, liegt der neue Kindergarten.

«Schön bisch du do», steht in bunten Lettern auf den Stufen der sonst kargen Steintreppe. Diese wird rege benutzt: Der neue Kindergarten lockt am Tag der offenen Tür viele Neugierige an. Während sich die Eltern über den sehenswerten Bau freuen und fachsimpeln, nehmen die Kinder gleich einmal das grosszügige Spielhaus in Beschlag. Sie fühlen sich im warmen, einladenden Raum sichtlich wohl.

«Es war unser oberstes Ziel, die Bedürfnisse der Kinder ins Zentrum zu rücken. Und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir dieses Ziel erreicht haben», sagt Schulratspräsident Patrick Spirig zum Abschluss seiner kurzen Rede.

Zuvor gewährt er einen Einblick in einige Details: 1,37 Millionen Franken hat der neue Kindergarten gekostet, er wurde nach Minergie-Standard gebaut und hat eine Photovoltaikanlage im Dach. Nötig geworden ist er durch die demographischen Prognosen, die Diepoldsau einen Bevölkerungszuwachs vorhersagen. Die Bauzeit betrug ziemlich genau fünf Monate und verlief – es war ein ausdrücklicher Wunsch Spirigs – unfallfrei.

Die Diepoldsauer Kinder dürfen sich nicht nur über den neuen Kindergarten freuen: Es gibt weitere, kleinere Projekte im Rahmen dieser Bautätigkeit. So etwa eine verkehrsfreie Verbindung zum Primarschulhaus Mitteldorf über eine Wiese: Sie darf auf Geheiss der evangelischen Kirche für den «Schleichweg» und als Spielwiese benutzt werden. Vor dem Schulhaus, in dem die Schulzimmer sukzessive saniert werden, entstand zudem ein neuer, grüner Sportplatz und ein neuer Spielplatz.

So sieht der neue Kindergarten Mitteldorf von aussen aus.

So sieht der neue Kindergarten Mitteldorf von aussen aus.