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DIEPOLDSAU: Musikalisches 5-Sterne-Menu

Mit dem «Symphonic Concert» respektive «Dinner» servierte der Musikverein einen Ohren- und Gaumenschmaus.
Herzhafter Applaus für «Symphonic Concert»: Dirigent Daniel Ritter und seine Musiker bedanken sich beim Publikum. (Bild: Thomas Widmer)

Herzhafter Applaus für «Symphonic Concert»: Dirigent Daniel Ritter und seine Musiker bedanken sich beim Publikum. (Bild: Thomas Widmer)

Bemerkenswerte Angebote finden Zuspruch. So war das «Symphonic Dinner» mit Viergang-Menu schnell ausverkauft. Dafür kam man am Freitagabend in den Genuss eines Apéros mit anschliessender Premiere. In der Mehrzweckhalle herrscht Werkstattstimmung: kompakt formierte Stuhlreihen, professionelles Aufnahmeequipment. Es ist, als probten Weltstars den letzten Durchlauf vor dem grossen Gig. Mit professioneller Gelassenheit schreiten die Musiker am Publikum vorbei zur Bühne. Neues, Aufregendes liegt in der Luft. «Ein lange angedachtes Projekt wird wahr», steigert MV-Präsident Ivan Nett die Spannung. Und mit «A Springtime Celebration» beginnen auch gleich die Schmetterlinge im Bauch zu fliegen. Dirigent Daniel Ritter hat den Musikverein mit zwei Celli, zwei Kontrabässen und einem Piano erweitert, was dem ohnehin schon herrlichen Klangkörper eine atemberaubende symphonische Tiefe verleiht. Entsprechend hat Daniel Ritter auch das Repertoire zusammengestellt: sechs aussergewöhnliche Kompositionen, die bisher kaum an einer Musikunterhaltung zu hören waren. John Mackeys «Aurora awakes» lässt die römische Göttin der Dämmerung aufsteigen, um das Kommen ihres Bruders Sol, der Sonne anzukündigen. Ein starkes Bild, vom Dirigenten und seinem Orchester quirlig und nuancenreich gemalt. Mit «Arabesque» verweist der Komponist Samuel R. Hazo auf seine assyrischen und libanesischen Wur-zeln. Das Stück verbindet sinnliche Soli mit straffen orientalischen Polyrhythmen, souverän performt von der Perkussionsgruppe. Als wären solche Verrücktheiten ihr täglich Brot.

Freiheit in der Bewegung

Gediegen webt sich Noemi Bonts Moderation ein, mit beiläufig-elegant vermittelten Informationen. So erfährt man, dass Kuba in Bezug auf die Medienfreiheit von 180 Rängen weltweit Platz 173 belegt. «Ein offenes Wort kann hier gefährlich sein», so Noemi Bont. «Vielleicht setzen die Kubaner darum ihre ganze Energie in die Freiheit der Bewegung.» Und diese entfesselt sich in den «Danzas Cubanas» mit einem wilden Frage- und Antwortspiel zwischen kompakten Rhythmusblöcken, irrwitzigen Soli und kraftvoll dazwischengeschmetterten Riffs.

Wer wagt, gewinnt. Ein Rheintaler Dorf macht Musik im Weltklasseformat. Und die glasklare Akustik der Mehrzweckhalle verwischt keinen einzigen Ton. Damit das Publikum nicht endlos weiterklatscht, bringt ein flotter Marsch Abkühlung. Sozusagen als Absacker.

Thomas Widmer

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