Diepoldsau: Komitee stellt Antrag für Südring

Zur Entlastung der verkehrsgeplagten Gemeinde Diepoldsau ist fürs Agglo-Programm ein Antrag gestellt worden.

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Jakob Sieber präsidiert das Komitee, das im Rahmen der Agglo-Vernehmlassung drei Massnahmen als Antrag eingebracht hat.

Jakob Sieber präsidiert das Komitee, das im Rahmen der Agglo-Vernehmlassung drei Massnahmen als Antrag eingebracht hat.

Bild: Gert Bruderer

(pd/gb) Drei Massnahmen fordert das Initiativkomitee «Entlastung Durchgangsverkehr Tramstrasse/Hohenemserstrasse Diepoldsau». Das Komitee bringt sich somit im Rahmen der laufenden Vernehmlassung zum Agglomerationspgrogramm Rheintal ein.

Der Diepoldsauer Jakob Sieber präsidiert das Komitee. Schon Anfang Jahr trat er mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit, Diepoldsau sollte zur Lösung seines Verkehrsproblems am besten einen Südring bauen. Den Gemeinderat bezeichnete er als «Verhinderungsbehörde», denn der angestrebte Umfahrungstunnel sei utopisch. Die Gemeinde sieht das anders.

Umfahrung im Süden und neue Brücke

Das Initiativkomitee versteht sich als «interessierte Öffentlichkeit» im Sinne der Verordnung über das Programm Agg­lomerationsverkehr. Zu sei-­ nem eingereichten Antrag fürs Agglo-Programm schreibt das Komitee, eine Umfahrung Süd solle mit drei Massnahmen erreicht werden. Diese Massnahmen seien ins laufende Vernehmlassungsverfahren fürs Agglomerationsprogramm 4 auf- zunehmen.

Die Massnahmen umfassen eine Umfahrungsstrasse Süd, eine Querung des Rheines mittels neuer Brücke sowie die Anbindung an die Dorfstrasse. Diese Anbindung ermögliche es, den talquerenden Verkehr durch weitere Massnahmen aufzunehmen. Die neue Rheinbrücke solle sich zwischen Riet- und Kriessernbrücke befinden.

Die kantonsstrassenseitige Hauptverbindung von Diepoldsau (Zollübergang Hohenems) nach Widnau führt über die Hohenemserstrasse und Tramstrasse. Die Verkehrsbelastung (Schrägseilbrücke) ist mit 21746 Fahrzeuge DTV bereits heute (Messung von 2019) extrem hoch. Jahreshöchst pro Tag: 27916 Fahrzeuge (Werktag 23. August 2019).

Bis 2030 werden gemäss Netzbericht (Mai 2018) 23000 Fahrzeuge DTV erwartet. In den Hauptverkehrszeiten gibt es im Zentrum von Diepoldsau bereits heute regelmässig Stau. Ohne Massnahmen würden diese in den kommenden Jahren noch wesentlich stärker ausfallen, schreibt das Komitee; dringender Handlungsbedarf sei vorhanden.

Grenzverkehr über neue Brücke

Mit dem Bau einer Umfahrungsstrasse soll gemäss Komitee der Durchgangsverkehr in Diepolds­au entlastet werden. Die Umfahrung verläuft vom Kreuzungspunkt Hohenemserstrasse/Werkstrasse, südlich, möglichst nahe der Staatsgrenze sowie entlang des Alten Rheins. Die Strassenführung geschieht grösstmöglich auf Schweizer Boden. Dadurch werde die Siedlungsplanung nach innen für immer ermöglicht. Die Machbarkeit der Umfahrung sei nachgewiesen und das Kosten-/Nutzungsverhältnis habe sich als das beste der untersuchten Varianten erwiesen.

Mit dem Bau einer neuen Rheinquerung lasse sich die bestehende Schrägseilbrücke entlasten. Sämtlicher Grenzverkehr habe über die neu zu erstellende Brücke geleitet zu werden. Der Südring übernehme diesen Verkehr, der Durchgangsverkehr entfalle so. Die neue Rheinquerung entlaste auch die bestehende alte Rheinbrücke Rietstrasse in Richtung Balgach. Diese Brücke könne, abgeschottet vom grossen Verkehr, vollständig für den Langsamverkehr umfunktioniert werden.

Das Initiativkomitee betrachtet die neue Rheinbrücke als Übernahmepunkt für den talquerenden Verkehr.