DIEPOLDSAU: Hühner müssen im Stall bleiben

Ab morgen findet die Rheintalische Bezirksausstellung des Kaninchen- und Geflügelzüchtervereins statt. Diesmal werden aber nur die Kaninchen präsentiert. Die Hühner haben wegen der Vogelgrippe Stallpflicht.

Susi Miara
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Peter Jöhri, Präsident des Kaninchen- und Geflügelzüchtervereins Diepoldsau-Schmitter, sorgt dafür, dass seine 40 Hühner im Stall den ganzen Tag beschäftigt sind. (Bild: Susi Miara)

Peter Jöhri, Präsident des Kaninchen- und Geflügelzüchtervereins Diepoldsau-Schmitter, sorgt dafür, dass seine 40 Hühner im Stall den ganzen Tag beschäftigt sind. (Bild: Susi Miara)

Susi Miara

 

Ab morgen Mittwoch zeigen rund 40 Züchter aus verschiedenen Sektion zwischen Altstätten und Rorschacherberg an der Rheintalischen Bezirksausstellung in der MZH Kirchenfeld in Die­polds­au ihre Kaninchen. Der Kaninchen- und Geflügelzüchterverein Diepoldsau-Schmitter ist dieses Mal für die Organisation zuständig. Und wie bereits 2010, dürfen an der Bezirksausstellung auch diesmal keine Hühner gezeigt werden. «Wegen der grassierenden Vogelgrippe müssen die Hühner im Stall bleiben», sagt Präsident Peter Jöhri.

Verschärfte Vorschriften seit Anfang November

Mit den getroffenen Massnahmen soll verhindert werden, dass Wildvögel das Geflügel mit dem Vogelgrippevirus anstecken. Um jeden Kontakt von Wildvögeln mit Hausgeflügel zu vermeiden, müssen Fütterung und Tränke in einem gegen aussen geschlossenen Stall stattfinden. Falls sich diese Vorgaben nicht einhalten lassen, müssten die Tiere in geschlossenen Räumen oder in Stallsystemen mit einem dichten Dach und seitlichen Begrenzungen untergebracht werden. «Die verhängte Stallpflicht stellt uns teilweise vor grosse Probleme», sagt Peter Jöhri. Gerade bei freilaufendem Geflügel seien die Stallungen oft als ein Schutzraum für nachts und für schlechtes Wetter gedacht.

Zu dem Stress durch räumliche Enge und mangelnde Bewegung komme noch Langeweile dazu. Die Hühner seien unausgeglichen, weil ihnen die gewohnte Bewegung und Beschäftigung fehlt, und dies könne zu Fehlverhalten wie Federpicken und gegenseitigem Federrupfen führen. «Um hier vorzubeugen, sollten die Tiere so gut wie möglich beschäftigt werden», sagt Peter Jöhri. Oft genüge ein Strohballen, auf dem die Hühner herumhüpfen können. Auch ein Mangel an wichtigen Nähr- und Hilfsstoffen, die sich die Hühner sonst im Freilauf selbst suchen können, kann zum Unwohlsein des eingestallten Geflügels führen. Darunter könne auch die Qualität der Eier leiden. «Wir investieren lieber und geben den Hühnern zusätzlich Äpfel, Karotten und Salat», erklärt Peter Jöhri. So seien sie nicht nur mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, sondern mit dem Picken auch noch beschäftigt. Peter Jöhri ist enttäuscht, dass es seinen Verein bereits zum zweiten Mal trifft und die Ausstellung nur mit Kaninchen stattfinden wird. «Ohne die Hühner fehlt etwas», sagt er. Man höre kein Gegacker und kein Krähen. Es kämen auch weniger Aussteller, somit auch weniger Besucher. «Wir haben gleich viel Arbeit, aber finanzielle Einbussen», sagt der Präsident.

Den Besuchern werde trotzdem einiges geboten. So stellen sich auch Züchter von Marderkaninchen aus der ganzen Schweiz den Preisrichtern. Zu sehen sein werden auch die Rassen Silberclub, Hermelin und Farbenzwerge aus der ganzen Ostschweiz.

Öffnungszeiten: Mittwoch, 28. Dezember, ab 18 Uhr; Donnerstag, 29. Dezember, 9 bis 20 Uhr; Freitag, 30. Dezember, 9 bis 15 Uhr.