Diepoldsau ersetzt Serben

Im letzten Moment als Lückenbüsser eingeladen, haben sich die Faustballer des SVD Diepoldsau entschlossen, beim IFA-Pokal am Wochenende im Südtirol teilzunehmen.

Conrad Aschwanden
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Trainer Hanspeter Brigger wird den Diepoldsauer Spielern auch im Südtirol klare Anweisungen geben. (Bild: Archiv/cas)

Trainer Hanspeter Brigger wird den Diepoldsauer Spielern auch im Südtirol klare Anweisungen geben. (Bild: Archiv/cas)

Faustball. Dieser Cup der International Fistball Association (IFA) ist vergleichbar mit der Europa Laegue (früher: Uefa-Cup) der Fussballer. Daran nehmen die besten Faustballteams der stärksten europäischen Verbände teil, die nicht Landesmeister geworden sind – sowie die Meister der kleineren Verbände. Kurzfristig erhielt Diepoldsau letzten Mittwoch die Anfrage, ob sie an Stelle des verhinderten serbischen Meisters Fistbol Klub Beograd in Lana teilnehmen könnten. Sportliche Interessen haben dabei klar über persönliche Empfindlichkeiten gesiegt.

Denn der nationale Verband Swiss Faustball (SF) hat auf der Rheininsel ein kräftiges Wechselbad der Gefühle ausgelöst. Da die nationalen Bestimmungen von jenen der IFA abweichen. SF stellt sich über den internationalen Verband.

Ja – Nein – doch gerne

Als dieser zu Beginn des Jahres den qualifizierten Mannschaften die Gruppenauslosung zukommen liess, war Diepoldsau als Dritter der Schweizer Meisterschaft mit dabei. Doch der Schweizer Verband nominierte gemäss seinem Reglement den Cupsieger anstelle des Dritten.

Diepoldsau wurde also wieder ausgeladen und Oberentfelden gemeldet. Die Aargauer bestritten im letzten Jahr den Cupfinal, den sie gegen Schwellbrunn verloren. Die Appenzeller holten sich aber auch den Titel und spielen am Wochenende in Berlin beim Europacup der Landesmeister.

Im ersten Moment schüttelte man in Diepoldsau über das nachträgliche Aufgebot nur den Kopf, doch aus rein sportlicher Sicht will man mit dabei sein. Denn für das Team ist es sehr interessant, ein Turnier mit Europas Elite zu bestreiten.

So sieht es auch der neue SVD-Trainer Hanspeter Brigger. Er spricht gar von einem Leckerbissen für seine Mannschaft: «Solche Wettkämpfe geben uns die Möglichkeit, auf höchstem Niveau unsere Abwehrformation und die Angriffe einzuschleifen.»

Er findet es genial, nun als Sommerleader bis in den September die NLA anzuführen und sagt: «Wir können noch mehr, denn nun sind bald alle regelmässig im Training.» Und ein solcher Topanlass wie am Wochenende im Südtirol kommt ihm dazu gelegen.

Zehn Spitzenteams

Zehn Mannschaften haben sich qualifiziert und nehmen an diesem hochkarätig besetzten Anlass teil. Nebst dem SVD sind mit der Faustballgemeinschaft Elgg-Ettenhausen sowie Oberentfelden zwei weitere Schweizer Equipen mit dabei. Dazu sind die stärksten Mannschaften aus Österreich und Deutschland sowie die Landesmeister übriger Nationen teilnahmeberechtigt.

Vorrunde am Freitag

Auf zwei Spielfeldern absolvieren zehn Mannschaften aus fünf Ländern heute Freitag und morgen Samstag während 16 Stunden insgesamt 31 Partien. Heute steht jede Mannschaft in der Vorrunde während vier Spielen im Einsatz. Morgen Vormittag stehen jeweils Kreuzspiele zwischen dem Zweiten und Dritten beider Gruppen auf dem Programm. Die Sieger spielen im Halbfinal gegen die Gruppenersten um den Einzug ins Endspiel. Rund 70 der besten Faustballer Europas messen sich im Südtirol.

Gleichzeitig tragen die stärksten acht Frauenteams den Europacup aus.

IFA-Pokal in Lana (Italien) Gruppe A: Grieskirchen/Pötting (Ö/Titelverteidiger), Stammheim (De/Dritter in der Meisterschaft), Elgg-Ettenhausen (Sui/Zwei- ter), Drösing (Ö/Fünfter), Diepoldsau (Sui/Dritter). Gruppe B: Kremsmünster (Ö/Vierter), Vai- hingen/Enz (De/Zweiter), Zdechovice (Meis- ter Tschechien), Oberentfelden (Sui/Cupfina- list), Bozen (Meister Italien).