Diepoldsau
Eines der ersten «herzsicheren» Dörfer im Kanton – Defibrillatoren sollen öffentlich zugänglich werden

Die Gemeinde Diepoldsau plant, alle Defibrillatoren im Dorf öffentlich zur Verfügung zu stellen. Sie sind damit eine der ersten Gemeinden, in der die Geräte rund um die Uhr verfügbar sind.

Geri Krebs
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Diepoldsau will Defibrillatoren öffentlich zugänglich machen.

Diepoldsau will Defibrillatoren öffentlich zugänglich machen.

Bild: Andrea Stalder

Die Gemeinde baut ein öffentlich zugängliches Defibrillatoren-Netzwerk auf. Diepoldsau wird eine der ersten Gemeinden im Kanton, die alle Defibrillatoren auf Gemeindegebiet rund um die Uhr öffentlich zugänglich macht.

Der plötzliche Herztod kann jeden treffen. Erleidet jemand einen Herzstillstand, zählt jede Sekunde. Ein Defibrillator kann das Kammerflimmern beheben und so Leben retten. In Zukunft kann jede Diepoldsauerin und jeder Diepoldsauer innert drei Minuten mit einem Defibrillator versorgt werden.

Defibrillatoren erhöhen die Überlebenschancen

Die Idee, Diepoldsau «herzsicher» zu machen, hatte Remo Degani. Der Diepoldsauer ist Leiter des Notrufs 144 (SG, AR, AI, GL) und weiss, dass der Einsatz eines Defibrillators die Überlebenschancen bei einem Herzstillstand deutlich erhöht. «Ich bin begeistert, dass Diepoldsau meinen Input so schnell aufgenommen hat und jetzt umsetzt», sagt Degani.

Defibrillatoren können durch gezielte Stromstösse das tödliche Kammerflimmern beenden und sind einfach zu bedienen. Per Knopfdruck kann man die Geräte einschalten und folgt dann den Anweisungen. Sie ersetzen die Herzmassage nicht, sagt Degani: «Es geht darum, die Zeit zu überbrücken, bis der Rettungsdienst eintrifft.»

Diepoldsau hat derzeit sechs Defibrillatoren, fünf sind bisher jedoch nicht immer zugänglich. Dies soll sich ändern. «Anfang Jahr haben wir die erste Defibox im öffentlichen Raum beim Werkhof installiert», sagt Guido Seiz, Sicherheitsbeauftragter und Leiter des Unterhaltsdienst der Gemeinde. Fünf weitere folgen noch 2021.

Die Gesamtkosten für Beschaffung und Montage der Defiboxen belaufen sich auf 12500 Franken.

Geräte werden verlegt oder ganz neu montiert

Die Defibrillatoren bei den Mehrzweckhallen Kirchenfeld und Oberstufenzentrum Kleewies werden noch in diesem Jahr von innen in den Aussenbereich verlegt. Das gilt auch für die Defibrillatoren beim Clubhaus des Fussballclubs Diepoldsau- Schmitter, dem Alters- und Pflegeheim und dem Strandbad. Bis 2023 ist auf dem Dorfplatz ein weiterer Defibrillator vorgesehen. Zwei Geräte sollen bis dann auch im neuen Zentrum Rheinauen montiert werden.