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DIEPOLDSAU: Eine Broschüre voller Übernamen

Kürzlich nahm Gemeindepräsident Roland Wälter die ersten, noch druckfrischen Exemplare einer neuen Broschüre in Empfang. Diese enthält exakt 300 Familien-Zusatznamen aus Diepoldsau-Schmitter.
Gemeindepräsident Roland Wälter (l.) bedankt sich beim Herausgeber Herbert Markovits für die Zusatznamen-Broschüre. (Bild: pd)

Gemeindepräsident Roland Wälter (l.) bedankt sich beim Herausgeber Herbert Markovits für die Zusatznamen-Broschüre. (Bild: pd)

Initiant und Herausgeber der Broschüre ist der in Diepoldsau aufgewachsene Herbert Markovits. Ihm ist das Bewahren verschiedener Rheintaler Eigenheiten seit vielen Jahren ein Anliegen. «Die Arbeiten für das nun vorliegende Werk dauerten mehrere Monate. Als ehemaliger Diepoldsauer ging ich mit besonderem Elan an die Arbeit. In vielen Gesprächen spürte ich, dass sich die einheimische Bevölkerung auf die Herausgabe der Broschüre freut», sagt er.

Bei Namen gab es eine zu geringe Auswahl

Besonders im Rheintal sind Familien-Zusatznamen stark verbreitet. Von Adelriichas über Bäckarrlis, Fiidaras, Gaablamachars zu Kretzaras, Mundöörlis, Tiniisas und Zollaras. Sie waren einst zur besseren Unterscheidung und Zuordnung nötig, da es in den Dörfern weder Strassennamen noch Hausnummern gab.

Die Verwendung von Zusatznamen ist unterschiedlich intensiv. Sie werden aber in Diepoldsau-Schmitter besonders häufig angewendet, sogar bis in die jüngste Generation. Die Zahl Familiennamen war früher äusserst gering. In Diepoldsau überwogen die Namen Spirig, Hutter, Frei, Kuster, Zellweger, Gasser, Weder usw. Ebenso klein war die Auswahl an Vornamen. Man verwendete ausschliesslich kirchliche Namen, zum Beispiel Jakob, Johann, Josef, Paul, Anton, Maria, Anna, Elisabeth oder Ida. Es ist nicht verwunderlich, dass es zeitweise mehr als fünf Hutter Josef, Kuster Ulrich, Spirig Paul, Weder Jakob usw. gab. Der Postbote konnte sie alle dank des Erkennungsnamens zuordnen. Hätte heute ein Paket- oder Pizzalieferdienst bloss die Zusatznamen zur Verfügung, müsste dieser arg im Dorf umherirren und die Pizza würde kalt überbracht.

Herbert Markovits kam zur Erkenntnis, dass die Diepoldsauer Zusatznamen unbedingt der Nachwelt in einer Auflistung erhalten bleiben müssen. In umliegenden Dörfern findet man je bis zu 100 Bezeichnungen. In Diepoldsau-Schmitter ist diese Zahl sogar wesentlich höher. So kann in der Broschüre die stolze Zahl von 300 Zusatznamen aufgeführt werden.

Der Herausgeber durfte auf die Mithilfe verschiedener Personen zählen, die die verwandtschaftlichen Zusammenhänge der einheimischen Familien besonders gut kennen. So war es möglich, allen Zusatznamen entsprechende Personen zuzuordnen. Alle Zusatznamen sind absichtlich in der mundartlichen Schreibweise und in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Ein paar wenige Zusatznamen für Einzelpersonen und einige verletzende Bezeichnungen wurden weggelassen.

Broschüre ist kostenlos erhältlich

Alle Beteiligten arbeiteten aus reiner Freude an der Sache und ohne Entschädigung mit. Sie alle hoffen, dass die Broschüre zur fleissigen Verwendung der Zusatznamen anregt. Besonders erfreut ist Gemeindepräsident Roland Wälter: «Das Werk ergänzt die langjährigen Bemühungen des Gemeinderates zum Erhalt kultureller Werte ideal. Die Broschüre wird alle zum Staunen oder Schmunzeln bringen und wird bestimmt gern gelesen.»

Die Politische Gemeinde Diepoldsau, die beiden Ortsgemeinden Diepoldsau und Schmitter, verschiedene Firmen, Kultur uf dr Rhyinsel und auch die Rheintaler Kulturstiftung haben die Herausgabe der Broschüre unterstützt. Sie ist deshalb kostenlos erhältlich und kann ab sofort bis zum 20. Dezember im Kafi K, bei der Kantonalbank Diepoldsau oder am Schalter der Gemeindeverwaltung abgeholt werden. (pd)

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