DIEPOLDSAU: Ein Viertel der Rheininsel erneuert

In den letzten zweieinhalb Jahren hat sich das Quartier südlich der Tramstrasse und westlich der Oberrieterstrasse stark verändert. Nun ist die Bautätigkeit vorbei und das Quartier sieht ganz anders aus. Auf den erneuerten Strassen gilt ab sofort Tempo 30.

Remo Zollinger
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Ab sofort gilt im Quartier Tempo 30. Sie waren bei der Gestaltung der Strassenraumgestaltung federführend (von links): Michael Bühler (Ingenieur Bänziger Partner AG, Widnau), Stefan Wüst (Aktuar der Verkehrskommission), Guido Seiz (Leiter Unterhaltsdienst) und Roland Wälter (Gemeindepräsident). (Bild: Remo Zollinger)

Ab sofort gilt im Quartier Tempo 30. Sie waren bei der Gestaltung der Strassenraumgestaltung federführend (von links): Michael Bühler (Ingenieur Bänziger Partner AG, Widnau), Stefan Wüst (Aktuar der Verkehrskommission), Guido Seiz (Leiter Unterhaltsdienst) und Roland Wälter (Gemeindepräsident). (Bild: Remo Zollinger)

Remo Zollinger

Eine Stele mit Tempo-30-Tafel begrüsst alle, die von der Alten Rheinbrücke die Dammstrasse hinunter ins Dorf fahren. Eine weitere steht an der Hennimoosstrasse, je eine an der Moosstrasse, an der Kleewiesstrasse – und das sind noch lang nicht alle. Sie sind identisch. Und sie zeigen: Dieses Viertel ist aufgewertet. Und das nicht zu knapp.

In den letzten zweieinhalb Jahren war eine ungestörte Autofahrt durch das Quartier südlich der Tramstrasse und westlich der Oberrieterstrasse nicht möglich. Beinahe durchgehend verhinderten Baustellen einen flüssigen Verkehr. Auf den Strassen blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Nun ist die Bautätigkeit beendet. Das Quartier hat ein neues Gesicht erhalten.

Bäume, Farbe, Pflästerung, Poller

Ins Auge sticht dem Betrachter der ockerfarbene Strassenbelag, der bei Kreuzungen und vor dem Oberstufenzentrum Kleewies angebracht wurde. Die Strasse ist an diesen Stellen sechs Zentimeter höher: «Das ist sanft, aber spürbar», sagt Diepoldsaus Gemeindepräsident Roland Wälter. Rund um den farbigen Belag ist – wie beim Quartiereingang – ein Hinweis auf Tempo 30 zu erkennen. Der farbige Belag ist nicht die einzige Massnahme, die der Verkehrsberuhigung dient. Im Zentrum der Arbeiten stand es, neuralgische Stellen des Verkehrs optisch hervorzuheben.

So gibt es auch neue Pflästerungen, die breite Kreuzungen enger scheinen lassen, für Lastwagen oder landwirtschaftliche Fahrzeuge aber befahrbar sind. Oder Poller, die die Fussgänger an Kreuzungen schützen. Oder in die Strasse eingebettete Bäume, die den Verkehrsfluss auf den Quartierstrassen brechen.

Den Anwohnern gefällt das neue Quartier

Roland Wälter ist zufrieden damit, wie das Quartier heute aussieht. Beinahe alle Strassenbeläge seien erneuert worden, das ist den feinen Strassen anzusehen. Zufrieden seien auch die Menschen, die täglich mit den Verkehrsberuhigungsmassnahmen leben (müssen): «Die Reaktionen der Anwohner sind durchs Band positiv», sagt Roland Wälter. Bewohner anderer Quartiere würden mittlerweile nicht mehr nach dem Grund für solche Massnahmen fragen, sondern wollen wissen, wann es endlich auch bei ihnen soweit sei. Dies ist schon bald der Fall, die nächsten Projekte sind schon weit fortgeschritten. Ebenso stellt Diepoldsau Anfang 2018 ein Projekt zur Zentrumsgestaltung vor.

Nicht nur oben, sondern auch unten

Dass die Bauarbeiten zweieinhalb Jahre dauerten, hat diesen Grund: Nicht nur der Strassen­belag, auch die nicht sichtbare Infrastruktur unter der Strasse wurde erneuert. So etwa die Strom- und Wasserleitungen oder die Wärme- und Gasversorgung.

«Weil alles zusammenhängt, mussten wir tröpfchenweise vorgehen», sagt Ingenieur Michael Bühler – es sei ja nicht möglich gewesen, alle Einwohner für die Dauer der Bauzeit auszuquartieren. Die Einwohner seien sehr kooperativ gewesen, sagt Roland Wälter. Alle sechs Einsprachen gegen das Projekt seien im Gespräch beseitigt worden, sodass die Baubewilligung rasch vorlag.

So soll es weitergehen: Mit den Zonen 7 und 8 von insgesamt 14 hat Diepoldsau nun schon mehr als die Hälfte des Dorfes aufgewertet. Der Rest folgt bald.

Mehr Bilder unter rheintaler.ch/bilderstrecken.