DIEPOLDSAU: «Der Mehrverkehr ist im Verhältnis überschaubar»

Gegen die Betriebserweiterung des Fahrmaadhofs regt sich Widerstand: Eine IG prangert den Mehrverkehr sowie den industriellen Charakter des Projekts an. Bauherr Stefan Britschgi wehrt sich.

Drucken
Teilen

Die IG «Keine Industrie im Naherholungsgebiet» schreibt, durch den Betrieb der neuen Gemüserüsthalle auf dem Fahrmaadhof würde auf das nahe Wohnquartier deutlich mehr Verkehr zukommen. Stefan Britschgi sagt, er habe nie einen Hehl aus dem Mehrverkehr gemacht und diesen auch an einem Informationsabend, zu dem er die Anwohner eingeladen hat, angesprochen.

Der Mehrverkehr sei aber «im Verhältnis überschaubar»: 72 Fahrten pro Tag über drei verschiedene Achsen sind in einem Gutachten prognostiziert, das Britschgi in Auftrag gegeben hat.

Zonenkonformität vor dem Baugesuch abgeklärt

Den grösseren Anteil dieser Fahrten würden Mitarbeiter auf ihrem Arbeitsweg und nicht Lastwagen verursachen, wie dies die IG befürchtet. «Es wird kein ständiges Kommen und Gehen herrschen», sagt Britschgi.

Der IG ist zudem ein Dorn im Auge, dass in einem «Naherholungsgebiet» eine industrielle Aktivität entstehe. Dieser Darstellung widerspricht Britschgi doppelt: «Die Zone mag erholsamen Charakter haben, aber es ist eine Landwirtschaftszone.» Und: Eine solche soll sie auch bleiben. «Im erweiterten Betrieb machen wir nichts, was industriellen Charakter hat, sondern nur, was in einer Landwirtschaftszone vorgesehen ist, nämlich Landwirtschaft.»

Die Zonenkonformität sei im Vorfeld des Baugesuchs rechtlich abgeklärt worden.

Britschgi streicht die Vorteile heraus, die die Betriebserwei- terung mit sich bringe: Eine «zukunftsfähige Infrastruktur für die Kunden» und somit «eine grosse Chance für kleine Betriebe in der Region», die nicht die gleichen Möglichkeiten hätten.

Alternative Standorte wurden geprüft

Die IG kommt zum Schluss, der Standort Fahrmaadhof sei für die neue Gemüserüsthalle nicht geeignet. Alternative Standorte für den Neubau seien zwar geprüft, aber nicht für passend erachtet worden, sagt Britschgi. Im In- dustriegebiet Diepoldsau sei beispielsweise schlicht nicht genug Platz vorhanden, um einen Neubau dieses Ausmasses realisieren zu können.

Die Wahl fiel deshalb und aus weiteren Gründen auf den Fahrmaadhof. Einerseits sei er dort bereits Grundeigentümer, weshalb die Hürden zum Neubau kleiner seien, andererseits sei es sehr kostenintensiv, zwei Standorte zu unterhalten.

Gemeinderat Britschgi tritt in den Ausstand

Einen Interessenskonflikt zwischen seiner Rolle als Gemeinderatsmitglied und als Bauherr sieht Stefan Britschgi nicht: Als Gemeinderatsmitglied tritt er in den Ausstand, wenn über sein Baugesuch verhandelt und entschieden wird. «Das ist nicht aussergewöhnlich, in vielen Sitzungen gibt es Ratsmitglieder, die im Ausstand sind. Das Baugesuch unterliegt einem ganz normalen Prozess.»25

Remo Zollinger