Diepoldsau bleibt in Bereitschaft

DIEPOLDSAU/ST.MARGRETHEN. Bis Donnerstagmorgen wurde die Diepoldsauer Notunterkunft für Flüchtlinge nicht in Betrieb genommen – möglicherweise wird sie es gar nie. Wieder geöffnet hat derweil die St. Margrether Zivilschutzanlage Rosenberg.

Remo Zollinger
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Leere Betten: In Diepoldsau sind noch keine Flüchtlinge eingezogen. (Bild: Remo Zollinger)

Leere Betten: In Diepoldsau sind noch keine Flüchtlinge eingezogen. (Bild: Remo Zollinger)

Bis tief in den Tag hinein waren die Mittelrheintaler Zivilschützer mit der Einrichtung der Notunterkunft in Diepoldsau beschäftigt, Flüchtlinge sind aber keine eingetroffen. Dies könnte so bleiben: «Wenn es so weitergeht, könnte es sein, dass wir die Notunterkunft Diepoldsau gar nicht brauchen», sagt Jörg Köhler, Chef des kantonalen Führungsstabes und Leiter des Amtes für Militär und Zivilschutz.

Der Grund dafür liege in den Abgangszahlen in Altstätten. Das Empfangs- und Verfahrenszentrum übernimmt Asylsuchende aus den Notunterkünften, gibt gleichzeitig aber auch Menschen gemäss Verteilschlüssel an andere Kantone oder an die Bundeszentren weiter. Gut 30 Personen können so aktuell pro Tag andernorts untergebracht werden. «Es ist sogar möglich, dass wir die Notunterkunft in Gams per Ende Woche schliessen können», ergänzt Köhler. In den Gebieten Werdenberg und Rheintal sind derzeit in Sevelen, Gams und St. Margrethen Flüchtlinge untergebracht; die Notunterkunft Diepoldsau ist bezugsbereit.

St. Margrethen wieder geöffnet

In der zweiten Hälfte des September war die Anlage Rosenberg in St. Margrethen die erste im Rheintal, die für Flüchtlinge geöffnet wurde. Seit Dienstagmorgen ist die Anlage nun wieder in Betrieb. Rund 20 Flüchtlinge sind vom Bahnhof Buchs ins untere Rheintal gebracht worden. Am Mittwoch wechselte der Bestand im Rosenberg laufend. «Wir wissen derzeit nicht, ob und wie viele neue Flüchtlinge noch hierher kommen und wie lange die Anlage geöffnet bleibt», sagt Walter Grubenmann, Kommandant der Regionalen Zivilschutzorganisation Am Alten Rhein.

Der Flüchtlingszustrom ist nicht prognostizierbar. Die Situation kann sich jederzeit verändern, was den Zivilschutz vor grosse Herausforderungen stellt.

Rheintal am stärksten betroffen

Tatsache ist, dass das St. Galler Rheintal schweizweit am meisten von der Einwanderung betroffen ist, da mittlerweile deutlich mehr Flüchtlinge über die Balkanroute als über das Mittelmeer mit Ankunft im Tessin reisen. Der Grenzbahnhof Buchs, an dem die Züge aus Österreich ankommen, hat sich dadurch zu einem Zielpunkt des Flüchtlingsstroms entwickelt; von Buchs aus werden die Flüchtlinge in die Notunterkünfte der Region oder, falls die Kapazität dies zulässt, direkt ins Empfangs- und Verfahrenszentrum in Altstätten gebracht.

Mittelrheintaler warten ab

Unberechenbar ist die Situation auch für die Regionale Zivilschutzorganisation Mittelrheintal, deren Personal von Gams abgezogen wurde und nun für die Anlage in Diepoldsau zuständig ist. «Uns wurde vom kantonalen Führungsstab zugesichert, dass am Abend und in der Nacht auf Donnerstag keine Flüchtlinge ankommen werden», sagt Kommandant Robert Brocker.

Die für die Nachtschicht eingeteilten Zivilschützer mussten nicht einrücken. Die Organisation wartet indes auf weitere Informationen des Kantons. Da das EVZ Altstätten neue Personen aufnehmen konnte, wurde jedoch zuerst Gams nochmals aufgefüllt.