DIEPOLDSAU: Andeer-Granit-Weg ist vielversprechend

Die Teststrecke der Radweg-Nordumfahrung stösst auf ein positives Echo. Die ersten Erfahrungen, die das Diepoldsauer Bauamt mit dem 370 Meter langen Stück Weg gemacht hat, sind positiv.

Kurt Latzer
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Der Andeer-Granit-Belag ist nicht nur farblich interessant, sondern besticht auch durch seine Eigenschaften, die das Fahren mit dem Velo deutlich erleichtern und sicherer machen. (Bild: Kurt Latzer)

Der Andeer-Granit-Belag ist nicht nur farblich interessant, sondern besticht auch durch seine Eigenschaften, die das Fahren mit dem Velo deutlich erleichtern und sicherer machen. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Die Farbe des Belages aus Andeer-Granit ist speziell, sie verändert sich. Von Hell- in Dunkelgrau und in zartes Grün. Ist man auf der Teststrecke regelmässig und bei jedem Wetter unterwegs, fallen einem die wechselnden Farben des Belages auf.

Der Unterschied zum herkömmlichen Kiesbelag ist frappant, vor allem für Velofahrer. Wer schon öfter mit dem Auto durch das Bündnerland ins Tessin gefahren ist, hat den Steinbruch am Strassenrand mit den grünen Felsen bestimmt schon gesehen.

Es strampelt sich gut auf dem neuen Weg

Das hat sich bei mehreren Tests gezeigt. Auf dem Andeer-Granit fährt es sich sicherer, weil es keine lockeren und tiefen Stellen mit Kies gibt, die den Radfahrer schon gefährlich ins Schwanken bringen können. Es strampelt sich auch leichter und staubt weniger. Interessant zu beobachten war bisher, dass sich auf dem Testbelag durch die Benutzung Rillen bilden, die wieder verschwinden, wenn es ein paar Tage geregnet hat. Nicht nur die Velofahrer, sondern auch der Leiter des Unterhaltsdienstes der Gemeinde Diepoldsau ist sehr zufrieden.

Der Andeer-Granit-Belag entspreche bisher den Erwartungen. «Genauer wissen wir das erst im nächsten Jahr, dann ziehen wir Bilanz», sagt Guido Seiz. Sind die Erfahrungen ähnlich gut, wie im Bündner Roseggtal, liesse sich einiges an Unterhaltskosten einsparen. «Die Kieswege muss man bis zu viermal pro Jahr ausbessern und Löcher mit Kies füllen», sagt Seiz. Entwickelt sich der neue Belag so wie erhofft, müsse man den Andeer-Granit-Weg nur einmal pro Jahr instand setzen. Für den Unterhalt aller Kieswege entlang des Alten Rheins ist das Rheinunternehmen in Widnau verantwortlich, für die anderen Wege, wie etwa die Stichstrasse vom Fussballplatz bis zum Dammweg, die politische Gemeinde. Verläuft der Test positiv, sollen entlang des Alten Rheins mehrere Abschnitte mit dem grünen Stein ausgebaut werden.

Gemeindepräsident hat Belag entdeckt

Die Granitschicht ist etwa sieben Zentimeter dick, das Material hat eine Körnung zwischen 0 bis 20 Millimetern. Auf der Teststrecke vom Parkplatz des Strandbades bis zum Fussballplatz wurden etwa 90 Kubikmeter Andeer-Granit verarbeitet. Das Ganze hat 20000 Franken gekostet. Der Kanton hat zwei Drittel der Kosten übernommen. Beim Bau der Teststrecke war das Rheinunternehmen als Grundeigentümer mit dabei.

Mit Andeer-Granit befestigte Wege hatte Roland Wälter, Gemeindepräsident von Diepolds­au, anlässlich eines Ausfluges im Oberengadiner Roseggtal gesehen. Den grünen Belag setzt man dort nicht nur auf Velo-, sondern auch auf Forst- und Wander­wegen ein.