Die zwei Gesichter des Alpenrheins

Das Projekt Rhesi – der Rhein zwischen Erholung und Sicherheit – wird in Oberriet vorgestellt.

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OBERRIET. Das Projekt «Rhesi, Rhein – Erholung und Sicherheit» wird im Rahmen einer Wanderausstellung vom 21. Juni bis 10. Juli im Rathaus Oberriet vorgestellt. Durch dieses Vorhaben soll die Abflusskapazität des Rheins von heute 3100 auf mindestens 4300 Kubikmeter pro Sekunde erhöht werden. Das Projektgebiet erstreckt sich von der Illmündung bei Feldkirch bis zur Einmündung in den Bodensee.

Einerseits bietet sich der Rhein mit dem Rheinvorland als gern genutzter Erholungsraum an, andererseits sind die Gebiete zu beiden Seiten des Rheins immer wieder von grossflächigen und bedrohlichen Hochwasser-Ereignissen betroffen. Zum Schutz der Bevölkerung vor elementaren Hochwasser-Ereignissen auf beiden Seiten des Rheins wurde 1892 die Internationale Rheinregulierung (IRR) gegründet. Seit diesem Zeitpunkt werden permanent Massnahmen umgesetzt, die allfällige Katastrophen verhindern sollen.

Das Entwicklungskonzept Alpenrhein der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) und der IRR hat für das Gebiet ab der Illmündung bei Feldkirch bis zur Einmündung in den Bodensee zusätzliche Massnahmen beschlossen. Auslöser des Projekts war das Entwicklungskonzept Alpenrhein aus dem Jahr 2005. Mit «Rhesi, Rhein – Erholung und Sicherheit» sollen einerseits bauliche Vorkehrungen zum Schutz vor künftigen ausserordentlichen Hochwasserereignissen gesetzt werden, andererseits soll es auch auf beiden Seiten des Flusses die ökologische Situation verbessern. Damit verbunden sind auch Überlegungen, mehr oder zusätzliche Erholungsräume am Rhein einzurichten.

Oberstes Ziel ist die Verbesserung des Hochwasserschutzes für alle Menschen, die am Rhein – und im Hochwasserfall in dessen Überflutungsraum – leben. Durch die Massnahmen sollen zudem die ökologische Situation positiv beeinflusst und attraktive Naherholungsgebiete geschaffen werden. Ein Hochwasserereignis mit einem Abfluss von 4300 Kubikmetern pro Sekunde findet rein statistisch alle 300 Jahre statt. In dem Fall würden im Rheintal enorme Schäden entstehen – auf Schweizer Seite bis zu 2,5 Milliarden Franken. «Rhesi» setzt vorgeschlagene Massnahmen auf der Strecke der IRR um und ist damit Vorreiter bei der Verwirklichung des Entwicklungskonzepts. (pd)