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Die Zukunft selbst erschaffen

Mittels eines Wettbewerbs suchte die St. Galler Kantonalbank dieses Jahr Projekte, die unser Zusammenleben bereichern. Unter den 36 Gewinnern befinden sich auch vier aus dem Rheintal.
Valentina Thurnherr

«Gemeinsam weiter wachsen – 150 Jahre schaffen Zukunft.» Unter diesem Motto steht das bevorstehende 150-Jahr-Jubiläum der St. Galler Kantonalbank. Zu diesem Anlass wurde ein Wettbewerb lanciert, der zum Ziel hatte, Projekte zu unterstützen, die die Lebensqualität in der jeweiligen Region langzeitig erhöht.

Sie sollen bis spätestens Ende 2018 realisiert sein. Die Gewinner durften mit einer Unterstützung von maximal 100 000 Franken rechnen.

Eine siebenköpfige Jury wählte unter 338 eingereichten Projekten die 36 Gewinner aus – darunter auch vier aus dem Rheintal. Seit der Bekanntgabe sind rund drei Monate vergangen, und die Umsetzung der Projekte nimmt langsam Form an.

Körper und Natur im Einklang

Einige Wochen nachdem die Gewinner bekannt gegeben wurden, erfuhren die Initiatoren des Kneipp-Gartens, der in Widnau entstehen soll, dass sie mit dem vollen Betrag von 100 000 Franken unterstützt werden.

«Schon in der darauffolgenden Woche fand eine erste Sitzung statt», sagte Beni Bruggmann. Der ehemalige Lehrer ist zwar Hauptansprechpartner, wenn es um das Projekt geht, hinter der Idee steht jedoch eine ganze Gruppe: Die Lehrer im Ruhestand, kurz LiR. «Die grösste Herausforderung, die sich uns schliesslich stellte, war die Suche nach einem Standort für den Garten», sagte Bruggmann. Es sei wichtig, dass der Ort soweit es geht vom Strassenlärm abgeschirmt ist. «Anders als erwartet, fand sich nun doch recht schnell eine passende Stelle in Widnau», sagte Bruggmann. Erst vor Kurzem erhielt die LiR einen positiven Bescheid der Ortsgemeinde, dass der Kneipp-Garten am Kapellweg nördlich des Spielplatzes angelegt werden könne.

«Sobald wir den schriftlichen Vertrag unterschrieben haben, kann es mit der Umsetzung losgehen», sagte Beni Bruggmann. Kernstück der Anlage sind ein Tretbecken und ein Armbad.

Ein einzigartiges Naturerlebnis

Die Initiatoren des Projektes «Torf erleben» dürfen sich ebenfalls über die volle Summe von 100 000 Franken freuen.

Auf dem Gelände der Schollenmühle soll ein einzigartiges Torf-Erlebnis entstehen. «Normalerweise ist es so gut wie unmöglich, innerhalb eines Naturschutzgebietes zu bauen», sagte Beat Stoller, Vorstandsmitglied des Vereins Pro Riet Rheintal. «Hier hatten wir das Glück, dass an der Stelle, an der wir den Torf-Würfel vergraben wollen, bis 2009 ein befestigter Platz bestand.»

Dank dieser Umstände wurde den Initiatoren des Projekts bei einer Voranfrage beim Kanton grünes Licht in Aussicht gestellt. Der erste Entwurf des Würfels wurde bereits konkretisiert. «Wir haben das Design überarbeitet und leichter gemacht. Der Eingang wirkt nun eleganter und der gesamte Kubus ist unter der Erde.»

Im ersten Entwurf ragte der obere Teil noch hervor, was besonders im Sommer dazu geführt hätte, dass sich der Würfel stark erhitzte. Im Innern wird der Boden mit Torf bedeckt sein, so werden auch der Tast- und Geruchssinn angesprochen.

Ausserdem gibt es ein echtes Torf-Profil, das mit dem Erdreich und dem Grundwasserspiegel in Kontakt steht. Hinter einer Glasscheibe kann man so Torfschichten begutachten, die bis zu 1300 Jahre zurückreichen. Anhand verschiedener historischer Ereignisse in der Schweiz soll das dem Betrachter veranschaulicht werden. So etwa steht bei der untersten Schicht: 719 – Gründung des Klosters St. Gallen.

Der Torf-Würfel ist wie das Naturzentrum das ganze Jahr über kostenlos zugänglich.

Viel Bewegung und Kontakte knüpfen

Der Bewegungsmangel im Alltag ist ein aktuelles Thema. Sarah Stieger aus Berneck hat sich kurzerhand zur Aufgabe gemacht, eine witzige und vielseitige Möglichkeit zu finden, dagegen vorzugehen. Ihr Projekt «Bewegung auf coole Art» mit der Idee einen sogenannten «Pumptrack» anzulegen, kam bei der Jury gut an. Ein Pumptrack ist eine speziell geschaffene Strecke, bei dem man, ohne zu treten, durch Hochdrücken des Körpers aus der Tiefe am Rad Geschwindigkeit aufbaut. «Wir erhalten rund 90 000 Franken für unser Vorhaben», sagte Sarah Stieger. «Die restliche Finanzierung werden wir hoffentlich mit Hilfe weiterer Sponsoren decken können.»

Bei diesem Projekt stellte sich eine ähnliche Hürde wie beim Kneipp-Garten. «Mein Wunschgedanke war, den Pumptrack im Zentrum von Berneck anzulegen. Allerdings nimmt er sehr viel Platz ein und war daher schlicht unmöglich», sagte Stieger. In Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde kam irgendwann die Idee, den Pumptrack auf dem Gelände hinter dem Schwimmbad Weier anzulegen. «Es wäre die perfekte Lage. Viele Jugendliche treffen sich ohnehin schon oft in der Badi, und so würde die Strecke auch nicht an einer Hauptstrasse liegen, was ideal für die jüngeren Kinder ist», sagte Stieger.

Momentan klärt die Gemeinde ab, ob eine Bebauung dieses Landstücks überhaupt möglich ist. «Sollte es nicht möglich sein, müssen wir uns entweder mit der Ortsgemeinde absprechen oder die Idee gar in einer anderen Gemeinde realisieren.»

Verantwortlich für die Umsetzung ist Claudio Caluori. Sobald der Ort feststeht, kann er mit der Planung beginnen. «Bei einem Pumptrack ist es wichtig, dass man die Strecke der Umgebung anpasst und nicht umgekehrt», sagte Sarah Stieger. «Jeder Untergrund ist anders und so etwas wie ein Universalmodell gibt es nicht.»

Was auf jeden Fall schon feststeht ist, dass der Pumptrack ganz aus Teer besteht. So ist gewährleistet, dass man nicht nur mit dem Bike, sondern auch mit dem Skateboard, den Rollerblades, dem Kickboard usw. darauf fahren kann.

Ein Projekt, das verbindet

Die Idee, die Rebberge Pfauenhalde und Rötiberg in Berneck zu verbinden, wurde in den letzten 100 Jahren im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung der Rebberge immer wieder geprüft. Im Jahr 2007 erwachte die Idee, diese Verbindung für die Wanderer zu realisieren, erneut. Der Schlifi-Steg wird von der Kantonalbank ebenfalls mit 100 000 Franken unterstützt.

«Momentan liegt das Projekt zur Prüfung dem Gemeinderat Berneck vor», sagte Jakob Federer, Mitinitiator des Projekts und Präsident des Patronatskomitees. Momentan erfolgt also eine umfangreiche Abklärung zu der sich Gemeindepräsident Bruno Seelos wie folgt äusserte: «Im Vergleich zu den anderen Projekten ist unseres, was die Umsetzung angeht, wohl das Schwierigste. Die finanzielle Unterstützung stellt in dieser Hinsicht also nur einen Bruchteil des Ganzen dar. Wir werden aber zum gegebenen Zeitpunkt detailliertere Informationen über das Projekt kommunizieren.»

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